Jump to content
Alkoholiker Selbsthilfe Forum - Baclofen & More

Recommended Posts

Kontrolliertes Trinken

Dazu sagt Wikipedia:

Kontrolliertes Trinken (abgekürzt kT) bezeichnet ein Trainingsprogramm zur Konsumreduktion von Alkohol. Bei diesem Behandlungskonzept steht die Selbstkontrolle des Verhaltens im Umgang mit Alkohol im Vordergrund und nicht, wie bei den herkömmlichen Behandlungskonzepten in der Suchthilfe, die Abstinenz.

Konzept

Entwickelt wurde das Konzept vom deutschen Psychologen und Suchtforscher Joachim Körkel, der sich in seinen Schriften von der Abstinenzorientierung in der Suchthilfe abwendet. Eine mögliche Entscheidung zur Abstinenz schließt er jedoch nicht aus, sofern diese auf freiwillige und selbständige Motivation des Klienten bzw. Patienten basiert.

Das Training zum kontrollierten Trinken kann im Einzel- oder im Gruppensetting durchgeführt werden. Das 10-Schritte-Programm stellt dabei eine konkrete Struktur mit unterschiedlichen Themen der Lebensgestaltung im Kontext einer Alkoholsuchtthematik dar. Im Vorfeld geführte Klärungsgespräche (Anamnese und klinische Diagnostik) bzw. die Nachsorge (oder Nachbetreuung) gehören ebenfalls zum Behandlungskonzept.

Hier der ganze Bericht

Und auch

...Seit kurzem schrumpfen unter deutschen Wissenschaftlern und Therapeuten die Zweifel am kontrollierten Alkoholkonsum, während die Kritik am derzeitigen Behandlungsmodus lauter wird. Denn nur acht Prozent aller Alkoholabhängigen begeben sich in professionelle Hände. Und nur wenige profitieren von der üblichen Abstinenztherapie.

"70 Prozent aller Alkoholabhängigen erleiden im ersten Jahr nach einer Therapie einen Rückfall, im zweiten Jahr trinken sogar 90 Prozent wieder", sagt Suchtforscher Thomas Hillemacher von der Medizinischen Hochschule Hannover. "Das bisherige Konzept ist nicht ideal." Auch eine Konsumreduktion könne schon Folgen wie Leberschäden oder Krebs eindämmen und somit auch zig Todesfälle durch schädlichen Alkoholverzehr verhindern.

Abstinenz und Konsumreduktion verzeichnen ähnliche Therapieergebnisse: Beide Behandlungsansätzereduzieren gleichermaßen die Abhängigkeitssymptome, zeigen Studien. Kontrollierte Trinker kommen ähnlich viele Tage ohne Alkohol aus, wie Menschen, deren Therapie-Ziel die Abstinenz war. Abstinenzler erleben ebenso häufig Trinkabstürze wie Kontrollierer....

Der ganze Artikel ist hier zu lesen

 

Ich selbst habe es noch nicht wirklich probiert, im ersten momment macht es sinn..für mich.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Das habe ich gerade gefunden, online gestellt am 25.02.2015

fit-alkoholsucht.jpg

Warum Abstinenz nicht die einzige Methode gegen Alkoholsucht ist

Der Umgang mit Alkoholsucht hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Neben völligem Verzicht gilt heute auch reduzierter Alkoholkonsum als akzeptables Therapieziel. Medikamente können zudem helfen, das Verlangen zu steuern. FOCUS-Gesundheit verrät, welche Therapien helfen.

1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. „Und ebenso viele üben einen sogenannten schädlichen Gebrauch“, sagt Karl Mann, Suchtmediziner am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim.

Sie alle bräuchten Behandlung oder Beratung. Doch weniger als zehn Prozent der Betroffenen werden therapiert. „Wir haben ein gut funktionierendes und erfolgreiches Suchthilfesystem, aber kaum einer geht hin“, konstatiert Karl Mann.

Zur Abstinenz verdammt

Die Scheu hat einen Grund. Wer in Deutschland Hilfe suchte, musste sich bislang zur Abstinenz verpflichten. Nur mit völligem Verzicht auf Alkohol, so die Lehrmeinung, könne eine Therapie gelingen. Dazu konnte oder wollte sich kaum jemand entscheiden. Schon gar nicht all jene Zu-viel-Trinker, die ihren Konsum zwar kritisch sehen, sich aber keinesfalls als Alkoholiker betrachten.

Ab sofort wird das anders. Seit Januar 2015 gelten neue Leitlinien zur Prävention und Behandlung von Alkoholabhängigkeit.

Die wichtigsten Punkte: frühzeitige Kurzintervention, zum Beispiel durch Hausärzte, die Menschen mit riskantem Trinkverhalten vor Abhängigkeit bewahren soll.

Neue Medikamente, die helfen, den Alkoholkonsum zu drosseln. Und sogenannte „zieloffene Suchtarbeit“, bei der die Ratsuchenden mitbestimmen, ob sie den Konsum ganz einstellen oder lediglich reduzieren wollen. Das kann man durchaus als Sinneswandel bezeichnen, wenn nicht als kleine Revolution.

Joachim Körkel fordert das schon lange. Seit 1984 arbeitet der Psychologe als Suchttherapeut. „Als ich anfing, hieß es noch: Jeder, der in der Abstinenzbehandlung Alkohol konsumiert, will gar nicht abstinent sein“, erinnert er sich.

Kontrolliertes Trinken

Wer trank, flog raus. Körkel, der heute das Institut für innovative Suchtbehandlung und Suchtforschung an der Evangelischen Hochschule Nürnberg leitet, zweifelte und scherte aus.

1999 entwickelte er das Konzept des „Kontrollierten Trinkens“, das an die Eigenverantwortung der Patienten appelliert. Diese erfassen zuerst ihre Trinkmenge – oft mit der Feststellung, dass sie ihren Konsum unterschätzt haben.

Dann definieren sie ihre persönlichen Ziele: die Anzahl alkoholfreier Tage pro Woche, die maximale Tagesmenge und die wöchentliche Gesamtmenge. In einem Trinktagebuch führen sie täglich Protokoll über das Quantum.

Dort werden auch die Trinksituation und die Gefühlslage beim Alkoholkonsum festgehalten, um individuelle Risikofaktoren zu erkennen.

Jede Woche Bilanz ziehen

Wöchentliche Gespräche mit einem Therapeuten dienen dazu, Bilanz zu ziehen und aus „Ausreißern“ zu lernen. 30 bis 60 Prozent der Teilnehmer schaffen es, ihre Trinkmenge zu reduzieren, sagt Körkel. Zehn bis 30 Prozent fänden zur Abstinenz.

Neuerdings helfen auch Medikamente, das starke Verlangen nach Alkohol, das sogenannte Craving, zu unterdrücken. Menschen mit sehr hohem Konsum nehmen die Mittel gezielt vor dem geplanten Trinken ein, um früher aufhören zu können.

Eine Pille gegen die Sucht

In Deutschland ist seit September 2014 Nalmefen auf dem Markt. Wie das schon länger erhältliche Naltrexon blockiert es Opiatrezeptoren im Gehirn, was den Trinkgenuss mindert. „Mit dem Medikament und einer niedrig dosierten Beratung – zehn bis 15 Minuten Gespräch pro Visite – haben die Patienten ihren Konsum auf 40 Prozent der Ausgangsmenge reduziert“, berichtet Studienleiter Karl Mann.

Anti-Craving-Mittel sollten allerdings nur in Verbindung mit psychosozialer Betreuung verschrieben werden. „Eine perfekte Pille gegen die Sucht gibt es nicht“, stellt Neurologe und Psychiater Heinz von der Berliner Charité klar. „Medikamente sind nur die Krücke. Laufen lernen muss der Patient.“

Wer dabei ins Straucheln gerät, kann sich auch wieder fangen. Rückfälle bedeuten nicht das Ende der Therapie.

Alkoholkonsum beobachten

Generell sollte jeder Wein- und Biertrinker seinen persönlichen Alkoholkonsum kritisch im Blick behalten. Dauerhaftes Zu-viel-Trinken löst schwerwiegende Erkrankungen wie Leberzirrhose, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs aus.

Für Männer gelten bis zu 24 Gramm reiner Alkohol pro Tag als risikoarm. Dieses Quantum ist schon in einem halben Liter Bier oder 0,2 Liter Wein oder vier einfachen Schnäpsen à 0,02 Liter enthalten.

Frauen können nur die Hälfte trinken, ohne organische Schäden und Abhängigkeit zu riskieren. Experten raten, mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche einzulegen. Denn auch regelmäßiger Genuss kleiner Mengen führt möglicherweise dazu, dass aus Gewöhnung Verlangen wird und aus Verlangen Sucht.

Den Focus Artikel gibt es hier

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Aus dem eingestellten Spiegel Artikel, steht:

Abstinenz und Konsumreduktion verzeichnen ähnliche Therapieergebnisse: Beide Behandlungsansätze reduzieren gleichermaßen die Abhängigkeitssymptome, zeigen Studien. Kontrollierte Trinker kommen ähnlich viele Tage ohne Alkohol aus, wie Menschen, deren Therapie-Ziel die Abstinenz war. Abstinenzler erleben ebenso häufig Trinkabstürze wie Kontrollierer.

 

Habe die Therapieergebnisse mal angehangen.

Initial Preference for Drinking Goal in the Treatment of Alcohol Problems.pdf

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Gast
Am 28.1.2016 um 15:29 schrieb fets:

Frauen können nur die Hälfte trinken, ohne organische Schäden und Abhängigkeit zu riskieren. Experten raten, mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche einzulegen. Denn auch regelmäßiger Genuss kleiner Mengen führt möglicherweise dazu, dass aus Gewöhnung Verlangen wird und aus Verlangen Sucht.

Den Focus Artikel gibt es hier

In diesem Beitrag hier von Dir.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Am 1/27/2016 um 20:32 schrieb fets:

Kontrolliertes Trinken

Dazu sagt Wikipedia:

Kontrolliertes Trinken (abgekürzt kT) bezeichnet ein Trainingsprogramm zur Konsumreduktion von Alkohol. Bei diesem Behandlungskonzept steht die Selbstkontrolle des Verhaltens im Umgang mit Alkohol im Vordergrund und nicht, wie bei den herkömmlichen Behandlungskonzepten in der Suchthilfe, die Abstinenz.

Konzept

Entwickelt wurde das Konzept vom deutschen Psychologen und Suchtforscher Joachim Körkel, der sich in seinen Schriften von der Abstinenzorientierung in der Suchthilfe abwendet. Eine mögliche Entscheidung zur Abstinenz schließt er jedoch nicht aus, sofern diese auf freiwillige und selbständige Motivation des Klienten bzw. Patienten basiert.

Das Training zum kontrollierten Trinken kann im Einzel- oder im Gruppensetting durchgeführt werden. Das 10-Schritte-Programm stellt dabei eine konkrete Struktur mit unterschiedlichen Themen der Lebensgestaltung im Kontext einer Alkoholsuchtthematik dar. Im Vorfeld geführte Klärungsgespräche (Anamnese und klinische Diagnostik) bzw. die Nachsorge (oder Nachbetreuung) gehören ebenfalls zum Behandlungskonzept.

Hier der ganze Bericht

Und auch

...Seit kurzem schrumpfen unter deutschen Wissenschaftlern und Therapeuten die Zweifel am kontrollierten Alkoholkonsum, während die Kritik am derzeitigen Behandlungsmodus lauter wird. Denn nur acht Prozent aller Alkoholabhängigen begeben sich in professionelle Hände. Und nur wenige profitieren von der üblichen Abstinenztherapie.

"70 Prozent aller Alkoholabhängigen erleiden im ersten Jahr nach einer Therapie einen Rückfall, im zweiten Jahr trinken sogar 90 Prozent wieder", sagt Suchtforscher Thomas Hillemacher von der Medizinischen Hochschule Hannover. "Das bisherige Konzept ist nicht ideal." Auch eine Konsumreduktion könne schon Folgen wie Leberschäden oder Krebs eindämmen und somit auch zig Todesfälle durch schädlichen Alkoholverzehr verhindern.

Abstinenz und Konsumreduktion verzeichnen ähnliche Therapieergebnisse: Beide Behandlungsansätzereduzieren gleichermaßen die Abhängigkeitssymptome, zeigen Studien. Kontrollierte Trinker kommen ähnlich viele Tage ohne Alkohol aus, wie Menschen, deren Therapie-Ziel die Abstinenz war. Abstinenzler erleben ebenso häufig Trinkabstürze wie Kontrollierer....

Der ganze Artikel ist hier zu lesen

 

Ich selbst habe es noch nicht wirklich probiert, im ersten momment macht es sinn..für mich.

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

×