Vorstellung WilloTse

Hier darf man sich vorstellen, was immer ein guter ausgangspunkt ist, um anderen Mitgliedern zu zeigen, inwieweit man von der Alkoholsucht selbst betroffen ist.

Re: Vorstellung WilloTse

Beitragvon dphn » 17. Jan 2012, 11:04

Hallo zusammen, [smile]

ich entschuldige mich für meinen, vielleicht übereifrig geschriebenen Beitrag heute morgen. Ich finde razows Berichte und Erfahrungen ja auch gut, dass habe ich ja mehrfach auch zum Ausdruck gebracht. Nur ist es so, dass alle seine Beiträge einen Hinweis darauf enthalten, dass Bac bei ihm nichts bringt. Das weiß ich ja nun inzwischen. Sicherlich war es falsch von mir, hier in der "Wir" Form zu sprechen. Also sorry... und weiter gehts.

LG
Dirk [hi_bye]
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Re: Vorstellung WilloTse

Beitragvon WilloTse » 18. Jan 2012, 11:20

Hi @dphn

dphn hat geschrieben:Also sorry... und weiter gehts.

Kein Problem, ist, glaube ich, angekommen.

Ich finde gerade auch für hoffnungsvolle Neueinsteiger die unterschiedlichen Erfahrungen wichtig. Das erspart die eine oder andere "Blauäugigkeit".

Wie schon razow sagte: auf jeden Fall probieren! Ich füge hinzu: es wäre geradezu unterlassene Hilfeleistung an sich selbst, es NICHT zu probieren. Es gibt hinreichend (echte) Erfahrungsberichte, die Mut machen. Ich weiß (logischweise;-)) bis heute nicht, ob nicht diese Atempause, die mir Bac zum Nachdenken verschaffte, mein Einstieg in den Ausstieg war. Auch, wenn ich Bac heute anders oder gar nicht mehr nutze.

Herzlich

Willo
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Re: Vorstellung WilloTse

Beitragvon razow » 18. Jan 2012, 16:13

@willo

Was hier in einem anderen Vorstellungsbereich passiert, ist für erwachsene, hilfesuchende Menschen glaube ich nicht nachvollziehbar.
Egal ob man für oder gegen Bac ist, gute oder schlechte Erfahrungen mit verschiedenen Gruppen und Therapieformen hat, das Leid, dass Alkoholismus nun einmal erzeugt-je nachdem wo man auf der Suchtspirale steht-wird von diesen Menschen in den Schmutz getreten ! Forenübergreifend.

Ich kann nur für diese Mensche hoffen, sollten sie jemals wirkliche Hilfe in diesem Bereich brauchen, dass ihre Helfer sorgsamer und ernster mit der Krankheit Alkoholismus und Leid umgehen, als sie es im Vorfeld taten !

Lass Dich nicht provozieren. Wir werden solche Menschen nicht ändern.Aber unsere Haltung zu ihnen, die ist uns unbenommen!
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Re: Vorstellung WilloTse

Beitragvon WilloTse » 18. Jan 2012, 18:23

razow hat geschrieben:Lass Dich nicht provozieren. Wir werden solche Menschen nicht ändern.Aber unsere Haltung zu ihnen, die ist uns unbenommen!

@razow
So schnell schmeißt man mich dann auch nicht aus der Umsaufbahn;-))
Es braucht schon ein paar Hirnumdrehungen mehr, um mich ernsthaft zu provozieren.
Trotzdem macht mich sowas natürlich nachdenklich und traurig.


Herzlich

Willo
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Re: Vorstellung WilloTse

Beitragvon WilloTse » 20. Jan 2012, 10:41

@all,

nach diesem HickHack der letzten Tage hier - das ich in der Heftigkeit auch nicht vorhergesehen hatte (es wäre allerdings blauäugig gewesen, gar nicht damit zu rechnen) - habe ich gestern Abend, als Conny ihren Rückzug ankündigte, für mich eigentlich das Gleiche beschlossen.

Ich schade dem Forum mehr, als ich nütze. Diese Cyberlaus, die hier gerade meint, andere Leute piesacken zu müssen, ist ja wohl in meinem Pelz mitgereist.

Andererseits: soll ich mir das Schreiben verbieten lasen? Eigentlich auch nicht. Schreiben hat mir immer geholfen, warum sollte ich damit aufhören?

Blöde Situation, gerade, wenn dann auch noch andere Leute darunter leiden müssen.

Ich hab' mich dann gefragt, ob ich eine Linie vertrete, bacmäßig.

Ganz klar: ja. Ich habe keine Ahnung von körperlicher Abhängigkeit. Ich habe nie im Krankenhaus entgiftet, ich habe nie zitternd morgens um 6 in der Tanke gestanden. Ich habe allerdings fast 30 Jahre Erfahrung in psychischer Abhängigkeit. Ich habe morgens um 9 meinen Tag mit "einleveln" des Alkohol begonnen und diesen Pegel den ganzen Tag über gehalten, um mit mir und meinem Leben klar zu kommen.

Das ist seit Beginn meiner Bac - Therapie Geschichte. Natürlich ging es oft zwei Schritt voran, einen zurück.

Letzlich ging es aber eben immer voran.

Ich bin kein Biochemiker oder Neurosonstwas, ich weiß also nicht, ob es nun das Medikament, die gedankliche Zäsur oder die Kombination daraus war, die mir geholfen hat. Ich maße mir auch nicht an, darüber irgendwelche wissenschaftlichen Theoreme zusammenzubasteln.

Ich weiß aber, dass - bei meinem Krankheitsbild und intensiver Arbeit an sich selbst - ein Ausstieg möglich ist, letztlich auch aus der Baclofenmedikation. Und ich habe schon das Gefühl, dass Bac seinen Teil an diesem Ausstieg hat.

Ich kann weder das pro noch das contra beweisen, ich würde diesen Weg so aber jederzeit wieder gehen. Ich habe auch noch etwa 40 mal 25 mg im Schrank. Und den Teufel werde ich tun, das Zeug im Klo 'runterzuspülen.

Ich habe gelernt, dass ich reiner Wirkungstrinker war und wohl immer bleiben werde. Genuss ist ein guter Tee. Wein ist, wenn's dreht. Basta.

Das ist eine furchtbar einfache und grundsolide Basis, auf der ich arbeiten kann. Das muss mir keiner nachmachen, aber warum soll ich diese Erfahrung nicht weitergeben? Wenn sie nur einem einzigen Menschen hilft, war's die Arbeit wert.

Ich nenne meinen Ansatz "verzeihende Abstinenz". Alkohol nein, aber wenn's mal kracht, werde ich mich nicht zerfleischen (lassen).

Ich lebe ausgezeichnet damit. Zwar hat mich dieser Shitstorm vorgestern in die härteste Cravingattacke seit Monaten geführt. Aber ich konnte sie blocken. Ich habe nicht getrunken. Ich war nur (Verzeihung) angepisst und hab' das an ein paar Leuten ausgelassen, die gar nichts dafür konnten. Ich hab' auch nie behauptet, perfekt zu sein;-))

Ich würde Euch trotzdem bitten, mir klar die Meinung zu sagen, ob ich hier störe (gern auch pn, wer es nicht hier 'reinschreiben mag). Das soll bitte kein "fishing for compliments" werden, aber ich müsste blind sein, hätte ich nicht gesehen, wie sehr die Läuse in meinem Pelz Euch gejuckt haben. Ich möchte dieses Forum nicht durch meine Anwesenheit beschädigen.

Liebe Grüße

Willo
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Re: Vorstellung WilloTse

Beitragvon GoldenTulip » 20. Jan 2012, 11:02

Lieber Willow,

ich hab meine Meinung zu Rückzug oder Bleiben innerhalb von ein paar Stunden geändert und beschlossen, zu bleiben.
Niemand ist wirklich froh, wenn wir die Segel streichen, der Capt'n verlässt als Letzter das Schiff. So ist die Regel, raue Winde ändern daran nichts.

Herzliche Grüße,
Conny
---Wenn du nichts tun kannst, tu was du tun kannst---

Wir haben kein anderes Mittel, die Welt zu ändern, als durch unser Bewusstsein.
Lama Anagarika Govinda - Buddhistischer Gelehrter
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Re: Vorstellung WilloTse

Beitragvon WarzoEcht » 20. Jan 2012, 11:55

Lieber WilloTse,

der "Shitstorm" (ich weiß, dass der Begriff mit Bedacht gewählt war und wo er herkam) hätte jeden auf die Palme gebracht, und es kann dann zu Verwechslungen kommen, die sich klarstellen lassen. Natürlich gibt es unterschiedliche Trinkertypen, dafür sind wir hier. Ich habe in den vergangenen Tagen mehr erfahren und auch gelernt als früher in manchen Monaten (fairerweise nicht: "in allen"). Ich mag Deine liberale Einstellung, allgemein und speziell zum Thema.

Ich schätze und mag Dich ... sehr.

LG warzo
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