na, warzo, wen wundert`s, wenn die "Stützen der Konversation" verbannt werden,rausgeworfen und mundtot sein sollten...
Das www hat doch Platz, nicht überall droht für freie Meinungsäußerung Verfolgung

Aber solche Fälle, wie Du ihn auch gerade von Deinem Freund/Bekannten geschildert hast, die gehen mir mittlerweile sehr nahe.(Früher ja bekanntlich nicht, da das ja mich "nie" treffen könnte, da ich ja "anders" bin....).
Als ich noch in meiner arroganten Nummer drin war, wurde ich Zeuge, wie eine Freundin der Familie bei sich zu Hause auf allen Vieren, besudelt von den eigenen Exkrementen um Alkohol bettelte, den die Familienangehörigen ihr nicht mehr geben wollten.Sie war mal eine echte Schönheit,das, was man umgangssprachlich wohl unter einer Dame versteht.
Sie starb einige Zeit später an multiplem Organversagen. Obgleich ich zu dem Zeitpunkt schon fühlte, dass auch ich Alkoholiker bin,haute ich noch Sätze raus wie:Warum hat Sie sich nicht helfen lassen? Soetwas muß doch heute nicht mehr sein....( lasst es unkommentiert, ich weiß um die Blödheit meiner damaligen Aussagen!).
Ich würde mich für Euch freuen, wenn Bac hilft,wenigstens während der Einnahme ein Stück Entscheidungsfreiheit wiederzugewinnen.Vom kontrollierten Trinken ist jedoch abzuraten,egal was Herr Dr.Ameisen da schreibt.Alle,aber auch wirklich alle mir persönlich bekannten Bac-Nutzer sind damit auf die Nase gefallen. Mir gefiel die Idee ja auch so gut, mich in die "nur-2-drinks-und -dann-Schluss-Fraktion" einzureihen...Gut, es ist ja auch nun nicht der Stein der Weisen, es soll ja lediglich das craving im Zaume halten.Und wenn es nur der verdammte Placeboeffekt im Hirn ist,egal.
Man, wenn ich überlege, wieviele Tage in meinem Leben eigentlich "ohne mich" stattgefunden haben, dann könnte ich heulen.Entweder verkatert,beduselt oder verschwitzt (trotz Dusche u frischem Hemd!) im Meeting sitzen,und schon als Belohnung den kühlen Abendweißwein vor Augen. Die Augenblicke, wenn ich schon beim Sex nicht an die Frau neben mir dachte, sondern den Drink.Sportwettkämpfe der Kinder, die doch bitte endlich enden sollten, damit ich was trinken kann.
Der nächste Schritt, das heimliche Saufen,mit immer ausgeklügelterem System....Black-outs, die sich häuften. Aber immer noch war ich felsenfest davon überzeugt, dass ich kein "richtiger Alkoholiker" bin. Ich war ja der "Gute", dem die Welt selbstverständlich immer mehr unrecht tat. Therapien, Psychodoc`s, das machen nur die, die sich nicht selbst helfen können.(kann wieder unkommentiert bleiben,ich weiß heute um mein Arschlochverhalten).
In einem Punkt muß ich dem "anderen Forum" jetzt wieder Recht geben: die Oberbergkliniken sind in der Tat sehr kompetent, was Sucht,PT,etc. etc. angeht. Wer wirklich ernsthaft den Wunsch und Willen hat, nicht mehr zu trinken, der ist dort in sehr guten Händen. Es ist nur leider sehr kostspielig.Das mit dem Willen ist aber auch ein springender Punkt:als ich mir gedanklich noch immer die Option ließ,so in 8 Monaten wieder zu trinken, passierte das auch,wie warzo`s Weihnachtsabsturz.Gute 24 Stunden der AA´s halfen mir nicht,und schon gar nicht die Idee:den Rest Deines Lebens keinen Alkohol!!!!! Das ich mich in ernsthafte ,gesundheitliche Gefahr mit meinem immer-wieder-mal-trinken (Du hast doch jetzt schon soooo lange gesund gelebt!) brachte, das hatte ich nicht auf dem Schirm.
Ich hatte wohl immer das Gefühl, ich werde gegängelt, wenn ich nicht trinken darf.Aber wer zur Hölle verbietet es mir denn? Niemand.Das war ein erster ,gedanklicher,wackliger Schritt in mehr gedankliche Freiheit vom Alkohol.Und als ich aufhörte, mich und die Therapeuten zu bescheissen.(sorry!).(vorher sass ich dort,betrieb aktiv Seelentiefgang,und hatte schon den Plan gefasst, abends zu trinken.Und tat es auch.) Dann folgte das, was ich meinte, dass ich über die gedankliche Klippe meines mich belügenden Suchtgedächnisses kam.
Der Popanz "Trinken" war so riesig aufgebläht, dass er meine Gedankenwelt komplett beherrschte.Erst die von mir hier beschriebenen Rückfälle brachten den nächsten Schritt vorwärts: der Spass ist viel kleiner als erhofft. Der Spass ist gar nicht erst da. Meine Wunschwelt vom Wechsel des Ist-Zustandes läuft komplett ins Leere.
Seitdem lüge ich keine Therapeuten mehr an.Mich auch nicht.Der Himmel hängt nicht voller Geigen,doch meine persönlichen Weltuntergangsszenarien werden viel weniger.Meine Verrücktheiten unter Alkohol vermisse ich auch nicht wirklich, denn mein Peinlichkeitsfaktor war zum Ende hin viel höher als mein Spassfaktor.
Ich muß allerdings dazu sagen, dass ich alkoholfreies Bier/Wein/Sekt/Bitter trinke. Ich habe vielleicht Glück, es triggert mich da nix.Anfangs (vor 2 Jahren) soff ich es in dem gleichen,sehr schnellen Tempo wie ich Alkohol mittlerweile trank.
Erst als ich begriffen hatte:das rockt nicht,egal wie schnell Du schluckst,razow,konnte ich zu ganz normalem Trinkverhalten (langsamer) übergehen. Meist trinke ich jedoch Wasser/Kaffee/Cola-Light,doch zu besonderen Anlässen gibt es was alkoholfreies.( Feiertage,Gartenarbeit,nach dem Sport).
Aber das muß jeder sicher selbst entscheiden, wie er es handhabt.Ich bin ja wie gesagt kein Dogmatiker oder hardliner!