@Smiley
Als medizinischer Laie kommt es mir auch manchmal so vor, als sei eine medikamentöse Alkoholtherapie/Schadensbegrenzung mit Hilfe von Baclofen eine relativ einfache Sache im Vergleich zu manch anderen Substanzabhängigkeiten, speziell im Vergleich zu bestimmten Medikamentenabhängigkeiten. Bei Benzos, sogar bei Tavor wäre noch eine ambulante Alternative denkbar, die das Ashton Handbuch aufzeigt:
http://www.benzo.org.uk/german/index.htm.
Die darin enthaltenen sehr spezifischen Hinweise, Handlungsvorschläge und Tabellen beruhen im wesentlichen auf dem freien Willen des Abhängigen und der Substitution diverser Substanzen durch Diazepam - und dessen langsames, konsequentes Ausschleichen bis auf null. Das kann zwar Monate dauern, aber es hilft bei ausreichender Motivation mit größter Sicherheit. Es nervt überhaupt nicht, weil der Einzelne das Tempo selbst bestimmt. Man kann zum Beispiel mal nicht wöchentlich einen winzigen Abdosierungsschritt machen, sondern zwei- oder gar dreiwöchentlich. Dann dauert's halt etwas länger. Ich habe das selbst vor Jahren mal durchgezogen von 20mg/d, und es ging wunderbar. Schwierig war das letzte Milligramm, aber auch das war plötzlich weg. Das Verfahren ersetzt den Krankenhausaufenthalt.
Distraneurin ist leider in diesem Handbuch nicht enthalten, was bedeutet: Es gibt zumindest in diesem Kontext kein ambulantes Ausschleichschema. Ich habe auch beim Googeln keines gefunden.
Distraneurin ist kein Ersatz für Alkohol, es hilft lediglich über die besonders kritischen ersten drei Tage hinweg. Es beugt den gefürchteten Krampfanfällen vor, und es versetzt in eine Art Dämmerzustand. Wenn dann nach drei Tagen der Alkohol aus dem Körper ist, wird Distra sofort ausgeschlichen. Im günstigen Fall ist die Motivation dann so groß, dass man das KH schon nach zehn Tagen entgiftet verlasssen und solo trocken bleiben, eine SHG aufsuchen oder eine Therapie beginnen kann.
Distraneurin hat ein extrem starkes Suchtpotential. Kein seriöser Arzt wird es jemals ambulant verordnen, gegen kein Problem der Welt. Sollte Dein Arzt es Dir verschrieben haben, dann suche Dir möglichst schnell einen anderen.
Baclofen kann in der Tat zu Atemproblemen führen, bei mir zum Beispiel tut es dies gerade bei 75mg; es ist aber bis jetzt noch nicht so schlimm. Es tritt nicht bei jedem auf. Ich habe eine Veranlagung zu Lungenproblemen, bin übergewichtig (daher schnell atemlos) und bin generell sehr empfindlich.
Baclofen kombiniert mit Distra und evtl. noch mit Alk halte ich für jeden für hochgradig gefährlich.
Wenn wir Dir bis jetzt in Sachen Distra nur den Weg zu einem guten Facharzt und evtl. zu einer Fachklinik aufzeigen konnten, dann ist das ein Versuch, Dir zu helfen, was Dir immer zur Verfügung stehen wird, so lange es dieses Forum gibt. Hoffentlich bald auch bei weniger komplizierten Problemlagen. Pass' gut auf Dich auf.
LG warzo
Nochmals: Ich bin Laie. Dies ist keine medizinische Beratung, sondern eine höchst subjektive Meinungsäußerung nach bestem Wissen und Gewissen.