chrisi1966 hat geschrieben:Wenn ich das so von Warzo E. lese bekomm ich schon Angst zwecks Veränderungen, ich nehm zwar wenig , aber keine Ahnung was es anrichtet. der Alkohol ist zwar nicht besser, aber mmhh.
Es ging mir nicht darum, vor Baclofen Angst zu schüren. Immerhin ist es bei MS-Patienten schon lange in Gebrauch, und da hört man keine Beschwerden. Viele Medikamente beeinflussen die Psyche: Betablocker zum Blutdrucksenken, selbstverständlich Diazepam und alle verwandten Medikamente, Antidepressiva und viele, die ich nicht mal kenne.
Man muss es aber wirklich in Relation zum starken Trinken setzen. Das beeinflusst ja auch das Bewusstsein - und zwar extrem negativ, und die ganzen gravierenden körperlichen und sozialen Folgen bis hin zum Exitus.
Wenn es mit BAC gelingt, den Trinkdruck zu beseitigen und lange Zeit abstinent zu bleiben, dann ist das bisschen Bewusstseinsveränderung vermutlich absolut zu vernachlässigen, das auch nicht bei jedem so auftritt und nicht von jedem nachteilig empfunden wird. Ich habe einige Nutzer kennengelernt, die sich wie folgt äußerten: Es befreit mich vom Alkohol, außerdem werden meine Ängste viel besser, und ich spüre auch eine antidepressive Wirkung (freilich ohne die üblichen Nachteile von Antidepressiva).
Vielleicht habe ich es noch nicht geschafft, es richtig einzustellen. Vielleicht bin ich auch einfach zu empfindlich. Mir persönlich ging es in akuten Phasen am besten mit einer Dosierung von 37,5 bis 50 mg am Tag und nach längerer, mehrmonatiger Abstinenz mit der geringstmöglichen Dosis von 2,5-2,5-0. Das klappte zwar über ca. sechs Monate, der Trinkdruck war weg, keinerlei Nebenwirkungen, das war eine gute Zeit. Das Einzige: Die Erinnerungen an Alkohol wurden immer stärker, was schließlich bei mir auf die Minute genau (schon Monate vorher geplant) zu einem Rückfall führte, der dann unerwartet schwer wurde. Jetzt nehme ich es halt wieder stärker, merke aber bereits nach der ersten Woche, dass ich schon besser mit den Nebenwirkungen zurechtkomme.
Ich werde wahrscheinlich wieder herabdosieren und dann wird es sich erweisen, ob in einem halben oder ganzen Jahr wieder ein Rückfall kommt oder ob ich durch den letzten dazugelernt habe und ihn einfach lasse.
Eines kann ich Dir schon jetzt sagen: Das Runterkommen vom Alk und längere Abstinenzphasen fielen noch nie so leicht wie mit BAC und die möglichen psychischen Folgen immer gutartiger (wenn überhaupt nennenswert vorhanden) als die des Alkoholismus. Ich ermutige also ausdrücklich dazu, BAC zu nutzen. Man ist nach meiner Erfahrung immer in einer besseren Situation. Einschränkung: In Foren habe ich noch KEINEN kennengelernt, bei dem ich den Eindruck hatte, dass die Dosis wirklich passt. Aber ich habe wiederum auch gehört, es gebe außerhalb von Foren zahlreiche Nutzer in Therapien, denen es mit BAC auf längere Dauer (jahrelang) richtig, richtig gut gehe.
Nochmal: Mit ist allemal besser als ohne. Nur wieviel? Am Anfang in einer Trinkphase oder direkt danach lohnt es sich nachweislich, etwas höher zu dosieren und Nebenwirkungen hinzunehmen. Das erlebe ich gerade zum zweiten Mal, und ich bin froh, dass BAC bei mir so gut wirkt; es hätte theoretisch ja auch an Wirkung verlieren können: Toleranzentwicklung, die ist nicht eingetreten.
Also nur Mut zur Veränderung!
LG warzo

. Du siehst, du machst das alles ganz Klasse.![hi_bye [hi_bye]](http://www.baclofen-forum.com/images/smilies/bye.gif)
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