Burnout

Burnout

Beitragvon piet » 2. Aug 2010, 08:30

Hallo,

ich bin völlig ausgelaugt, habe das Gefühl, daß ich das alles überhaupt nicht schaffe und sehe mich auch in diesem Gefühl täglich bestätigt, und zwar seit 2002. Ich bin aufgrund vieler Rückschläge in der Zeit von 2002 bis heute mittlerweile kaum mehr leistungsfähig, nicht belastbar und der Berg, den ich vor mir her schiebe, wird immer höher. Jeden Abend trinke ich ein paar Flaschen Bier, nehme mir alles Mögliche für den nächsten Tag vor, und am nächsten Morgen komme ich nicht aus dem Bett, mir tun alle Glieder weh, immer wieder kommt es vor, daß schon morgens wieder alles über mich einstürzt,... Ich habe eine riesen Verantwortung an der Backe (Familie, Firma, eigene Gesundheit) und weiß einfach nicht weiter, habe viele Ängsten entwickelt und viel Chaos um mich herum, was ich eigentlich aufarbeiten müßte. Es gab viele Ursachen und Auslöser damals und viel negativer Einfluss hält noch an, was sich aber nicht vermeiden läßt wenn man eine Firma und Familie hat. Meine Frau und meine Kinder leben über 100 km von hier entfernt, was mich noch zusätzlich belastet und sie macht es mir auch nicht leicht. Nachdem ich vor kurzem psychisch und physisch völlig zusammen gebrochen bin, habe ich mich durch Schwimmen wieder langsam aufgepeppelt, kann nun auch, langsam, wieder joggen und hoffe, daß Baclofen mir hilft, noch mehr Qualität in mein Leben zu bekommen. Ich habe beim Andalusienshop 3 Packungen Lioresal 25mg bestellt und habe soeben 1/4 Tablette genommen. Wer kann mir sagen was mich jetzt erwartet?

Euer Piet
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Re: Burnout

Beitragvon craving » 2. Aug 2010, 19:13

ich hab mal wo gelesen, daß Baclofen beim Burnout Syndrom hilfreich sein könnte, weil es insgesamt das Energie Niveau erhöht (eine leichte Manie erzeugen kann).
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Re: Burnout

Beitragvon piet » 2. Aug 2010, 20:27

Hallo Craving,
hallo alle anderen,

vielen Dank für Deine Antwort. Bei welcher Dosierung muß ich wohl ankommen, welche Erfahrungen haben die Anderen hier? Und wovon ist die Dosierung abhängig, welchen Einfluß hat das Körpergewicht? Ich habe im Moment 30% Übergewicht.

Heute Mittag habe ich die zweite 1/4 Tablette genommen und heute abend werde ich auch noch eine nehmen. Mir kommen meine Hände und Beine wärmer vor, das Gefühl setzte nach ca. einer Stunde ein. Heute hatte ich tatsächlich mehr Energie als die letzten Tage, vor allem ist der Motivationsabbruch abgeschwächt, wenn ich daran denke, was ich noch alles schaffen muß heute, diese Woche, diesen Monat, dieses Jahr... Allerdings hatte ich heute auch zweimal Besuch, das hellt sowieso immer auf. Aber das mit den heißen Füßen ist schon etwas ungewöhnlich. Zwei leichte Astmaanfälle hatte ich vorhin noch. Dann bin ich sehr müde geworden vorhin, so zwischen fünf und sechs. Ist aber wieder weg gegangen. Danach hatte ich für einen Moment Herzrasen. Ich habe alle Symptome auch schon vorher gehabt, daher kann ich nicht hundertpro sagen ob das schon was mit dieser geringen Dosis Baclofen zu tun haben kann. Wie seht ihr das?
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Re: Burnout

Beitragvon craving » 3. Aug 2010, 08:33

Baclofen je nach Bedarf dosieren. Sogar bei Spastik wird das so gemacht.
mit 5mg - 3 mal am Tag anfangen - dann alle 3 Tage um 5mg - 3 mal am Tag steigern, bis das gewünschte Resultat kommt. Ich war auf 300mg - was aber schon eine Menge war, auf dem Wert war ich stark manisch - schlief nur mehr 3 Stunden am Tag und war wie mit einer Chili im Hintern.

Also einfach so lange hochdosieren bis Du merkst, daß es Dir besser geht.

Herzrasen und Temperaturanstieg klingt nicht nach Baclofen. Wenn Baclofen überhaupt was mit Temperatur macht dann die Temperatur reduzieren. Außerdem bei der Dosis bei der Du bist, wirst wahrscheinlich keine Nebenwirkungen miterleben. Insgesamt empfinde ich Baclofen als ein Medikament mit nur sehr wenigen Nebenwirkungen.
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Re: Burnout

Beitragvon Emma » 3. Aug 2010, 08:44

hallo piet,

das was du schreibst kommt mir sehr bekannt vor - nur habe ich vorher noch zu anderen mitteln gegriffen um mein pensum zu schaffen.. [nea]

bei mir war es am anfang ein totales hoch gefühl - vielleicht auch einfach wegen der "sache an sich" - es passiert was, ich ändere was.
du merkst schon, das du tabletten nimmst, dein körper und dein gefühl verändert sich. wenn du hier die erfahrungsberichte liest, wirst du merken, dass alle ein wenig anders reagieren - also das was ich schreibe trifft auf mich zu, auf meine steigerung von bac - muss aber bei dir nicht so sein!

ich war - wie gesagt wirklich außergewöhnlich gut drauf. auch recht entspannt - keine tassen mehr an die wand geschmissen wenn wieder was schief ging. dafür aber auch recht oft ein anfall von extremer müdigkeit. wenn du die möglichkeit hast (ich hatte sie) einfach mal für 10 minuten die augen zu machen.
abends bin ich recht früh ins bett gefallen - war aber auch oft um halb 5 wach....und dann?? ich hab mir meinen hund geschnappt und bin laufen gegangen. (im sommer und bei dem wetter auch kein problem :) )
früher bin ich marathon gelaufen - ohne sport ging nix... dann kam die firma und der stress und dann der alkohol und die drogen.... mit bac ging dann das laufen wieder.... und im september laufe ich den ersten halbmarathon [clapping]

was mir sehr zu schaffen gemacht hat, war meine leichte verwirrtheit - gerade beim job! geht aber wieder vorbei. genau wie das permanente essen - ich hab ordentlich zugenommen - was ich mit laufen kompensiert habe und jetzt hat es sich auch fast wieder erledigt. aber ich hatte abartig hunger...

jetzt - nach 2 1/2 monaten mit bac und meinen 90 mg pro tag scheint es sich einzupendeln.
im moment habe ich schlafprobleme und schwitze nachts ziemlich doll.... aber selbst so bin ich morgens fitter und entspannter als nach 1 1/2 flaschen wein...

du musst halt aufpassen nicht zu schnell die dosis hochzufahren - somit entgehst du den "überdosierungs nebenwirkungen."

ich hoffe das hilft dir ein wenig - ich habe leider nicht soviel zeit ausführlicher zu schreibeb - firma :)

einen schönen tag
viele grüße von emma
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Re: Burnout

Beitragvon piet » 3. Aug 2010, 10:41

Hallo Craving,
hallo Emma,
hallo alle anderen,

300mg, wo bekommt man denn so viele Pillen? Das höchste was ich gesehen habe sind 30x25mg, also hättest Du die Packung in 2 1/2 Tagen leer gehabt, oder gibt es auch 100mg Tabletten? Ich bleibe also für Mo, Di, Mi, erst mal bei 3x täglich einer viertel Tablette und erhöhe dann am Donnerstag auf 3x eine halbe, richtig verstanden? Und von Sonntagmorgen an 3x dreiviertel. Was passiert denn bei Überdosierung?

Ich weiß nicht genau, wo ich hin will. Ich habe mich hier im Forum intensiv eingelesen bevor ich Lioresal bestellte. Die positiven Erfahrungen vieler hier haben mich beeindruckt. Bisher ist mir für mich nur klar, dass es so nicht weiter gehen kann. Mal wieder reinklotzen können, nachts nur drei Stunden schlafen, das hört sich wunderbar an, aber macht das mein Organismus mit? Im Moment jedenfalls nicht.

Mir fehlen Konzentration und Leistungsfähigkeit. Ich konnte mich dieses Jahr keine 10 Minuten auf den Beinen halten und wenn ich meinen Papierkram im Büro abarbeite, bin ich sehr oft abgelenkt. Für die Monatsabrechnung brauche ich mittlerweile nicht mehr einen Tag, sondern vier Tage, die gleiche Quote habe ich für Angebote und Lieferungen. Entsprechend weniger Geld kommt rein. Seit Montag habe ich Urlaub, schiebe den Monatsabschluss vor mir her und Samstag starten wir in die Ferien. Bis dahin muss alles erledigt sein, was absolut nicht zu schaffen ist.

Zuhause wartet eine schöne DHH mit 400qm Garten auf mich, sogar ein paar Obstbäume habe ich (allerdings keinen Hund). Im Moment ist das alles nur Arbeit, die für mich nicht zu schaffen und damit nur Belastung ist. Ich kann die Treppe nicht wischen ohne Pause zu machen. Umziehen möchte ich aber auch nicht, das wäre für mich ein endgültiges Aufgeben. Ich möchte das alles wieder schaffen. Einen Hund anschaffen würde mir noch mehr Verantwortung abverlangen, das traue ich mir nicht zu. Wobei der Vorteil auf der Hand liegt, er würde dafür sorgen, dass ich morgens aufstehe und abends nochmal raus gehe und dass ich jemanden um mich herum habe. Aber was wenn ich das nur noch als weitere Belastung erlebe? Man kann es ja auch so schaffen, sonst hätte ich es die Jahre zuvor nicht geschafft.

Weiter als 4km bin ich noch nie gelaufen. Ich nehme mir also keinen Marathon zum Ziel, sondern möchte lieber meine 4km Runde wieder regelmäßig, am Besten täglich, schaffen.

Heute Morgen tut mir der Rücken weh, und mein übergewichtiger Bauch hängt dermaßen durch, dass ich das Gefühl habe, dass er mich runter und an meinem Rückgrat zieht. Wenn ich jetzt noch mehr zunehme dann melde ich mich krank. Das Herzrasen war heute Morgen beim Aufwachen wieder. Mit der Wärme in den Händen und Füßen meine ich nicht erhöhte Temperatur, sondern eine bessere Durchblutung. Asthmaanfälle hatte ich heute noch keine, und ich fühle mich so matt wie immer, also weder besonders ausgeschlafen noch ungewöhnlich müde. Ich kann mich aber auch sehr gehen lassen im Moment, weil ich Urlaub habe. Nur die Verpflichtungen werden nicht weniger, sondern nur die Termine und damit die festgelegte Tagesstruktur. Die Sorge, dass ich das alles nicht schaffe, bleibt.

Euer Piet
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Re: Burnout

Beitragvon piet » 3. Aug 2010, 20:51

Gestern schon bin ich mit Kopfschmerzen aufgewacht und heute hat mich ein Migräneanfall beim Joggen aus der Bahn geworfen. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie schmerzhaft der Rückweg war. Mittlerweile geht es mir wieder besser, jetzt bin ich aber aufgeputscht vom Aspirin.
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Re: Burnout

Beitragvon piet » 4. Aug 2010, 18:20

Hallo,

ich habe hier mehrmals den Aufruf gelesen, daß man täglich schreiben soll, wie es einem geht. Ich muß aber auch eine Rückmeldung bekommen, ansonsten machen meine Texte wenig Sinn. Heute bin ich sehr unlustig, konnte mich dann aufraffen zum Einkaufen zu fahren. Allerdings fand ich den Einkaufszettel nicht mehr, und habe den erstmal stundenlang gesucht. Dan wurde ich Zeuge, als ein PKW einen Jungen auf dem Fahrrad umgefahren hat. Der Junge war vierzehn, ich paßte ein bißchen auf ihn auf und konnte nach einer guten Stunde wieder gehen. Am Supermarkt angekommen traf ich die Polizisten wieder, die dort den nächsten Unfall aufnehmen. Mein gebrauchtes Meerschweinstreu konnte ich nicht abgeben, weil die Sammelstelle geschlossen war. Ich bin jetzt wieder zuhuse und weiß nichts mit mir anzufangen. Wollte eben Rasen mähen, da fing es an zu regnen, meine Rechnungen schreiben kann ich nicht, mir fehlt schon die Konzentration, hier im Forum zu schreiben. Ich eiere um diesen Bericht seit halb sechs herum.

Morgen erhöhe ich auf 3x eine Halbe Tablette, richtig?

Euer Piet
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Re: Burnout

Beitragvon Emma » 5. Aug 2010, 19:17

hallo piet,

"täglich schreiben wie es einem geht"
es ist richtig - es gibt hier einige leute, die ein tagebuch führen - für sich - um anderen zu helfen - zur "selbstkontrolle" - für fragen fehler usw......vielleicht legst du auch so ein tagebuch an - beschreibst darin deine dosis und wie es dir damit geht..das ist auch leichter für andere.
ich bin mir sicher, dass du auch feedback bekommst und antworten auf deine fragen.
ich selbst habe z.b. keines - einfach weil mir die zeit fehlen würde wirklich ausführlich zu schreiben und halbherzige sachen möchte ich nicht anfangen. aber ich lese sehr oft bei anderen nach - wie war das mit der dosis - wie fühle ich mich - gings anderen ähnlich....
ich hoffe du verstehst was ich sagen möchte.

und NEIN! du sollst dir weiß gott keinen hund anschaffen! das ist bestimmt nicht des rätsels lösung!!

hast du das buch von ameisen gelesen? oder nur hier im forum über baclofen??
das buch würde dir mit sicherheit helfen - einiges klarer zu sehen, dosierung, usw....

ich hoffe du hast dich von deinem schock erholt,

viele grüße
von emma
(morgen ist freitag!!! und montag kommen meine ersten mitarbeiter wieder! und ich muss nicht mehr alles alleine stemmen!! JUHU!!)
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Re: Burnout

Beitragvon piet » 5. Aug 2010, 21:38

Hallo,

das Gefühl im Brustbereich kenne ich auch, hatte es aber nur die ersten zwei Tage und nicht auf Baclofen geschoben.

Heute ist Tag 4 und ich war psychisch top fit, physisch, naja. Man kann eben keine Wunder erwarten.

Euer Piet
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