Tagebuch User craving

Fuer eigene erfahrungs Berichte zu Baclofen und Alkohol

Re: Tagebuch User craving

Beitragvon fetsecht » 25. Jan 2012, 05:51

Craving es freut mich das du deinen weg findest!

Ja, du bist ein beispiel das man Baclofen auch wieder locker absetzen kann [good]
Aber auch das du mal bis 300mg gegangen bist, ohne uns abhanden zu kommen :wink:

Ja, ich bin noch am hantieren, habe in meinem erfahrungsbericht, im ersten posting ein summery gemacht. http://www.baclofen-forum.com/erfahrungsberichte/baclofen-tagebuch-von-fets-t5.html
es sind ja einige wochen wo ich sauber war, von daher bin ich nicht ungluecklich, nur die richtige dosis finden, faellt mir noch schwer.

Also es freut mich sehr, das es dir besser geht und das du deine statistik weiter beibehaelst *thanks*
und wenn du was neues findest, was du denkst koennte auch andersweitig helfen, wie gegen depris oder angstzustaenden, lass es uns bitte wissen.

gruesse
fets
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Re: Tagebuch User craving

Beitragvon dphn » 25. Jan 2012, 08:19

craving hat geschrieben:Behandle nunmehr die Gründe warum ich überhaupt Alkoholiker wurde. sprich, Bipolar, Depressiv, Angst.
Das funktioniert soweit ganz gut und gibt mir Stabilität im Leben.


Machst du eine Therapie zur Zeit? Ich denke mal wir sind alle Alkis geworden, weil gewisse Dinge im sozialen, zwischenmenschlichen Bereich nicht so funktioniert haben, wie es sollte. Ich denke, dass kann man pauschal so ausdrücken.

Bei mir sind es auch Ängste gewesen und der Alk hat mich aufgeschlossener gemacht. In Wirklichkeit war es aber nur der Weg des geringsten Widerstands. Leute zum saufen findest du an jeder Ecke. Da musst du selbst nicht viel für tun. Hinzu kam, dass ich immer gut trinken konnte und es mir bei weitem nicht so schlecht ging, wie den anderen. And so it goes...

Lebe seit über 2 Jahren trocken, weil ich einfach zu abhängig war um meinen Tagesablauf noch gebacken zu kriegen. Ein anderer Mensch bin ich nicht geworden. Ich denke schon oft an die Zeit, wo ich noch trinken konnte und noch keine Entzüge kannte. So der totale Burner ist das trockene Leben auch nicht. Körperlich zwar superfit, aber ne gewaltige Psychomacke. Du merkst erst wenn du aufgehört hast, wie süchtig du wirklich bist.

Ich kann nur aus dem Grund trocken leben, weil mir so elementare Dinge wie Schlafen und regelmäßiges Essen wichtig geworden sind. Das hat alles nicht mehr funktioniert.

LG
Dirk [hi_bye]
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Re: Tagebuch User craving

Beitragvon fetsecht » 25. Jan 2012, 18:46

sorry wenn ich mich kurz hier einhaenge, das was du hier sagst dphn
Ich denke mal wir sind alle Alkis geworden, weil gewisse Dinge im sozialen, zwischenmenschlichen Bereich nicht so funktioniert haben, wie es sollte. Ich denke, dass kann man pauschal so ausdrücken.


moechte ich so ganz nicht stehen lassen.
ich glaube mehr, das wir alkis ein gen problem haben.
irgend etwas funktioniert anders bei uns als bei anderen.
es kann in meinen augen nicht sein, das wir an der flasche haengen bleiben und andere nicht.
wenn ich zurueckblicke, sehe ich mich wie meine freunde im jungen alter, wie ich das trinken anfing.
warum blieb ich an der flasche und andere trinken heute noch sozial, obwohl die bestimmt nicht weniger tranken damals.
fuer mich stimmt das auch, das ich nicht so litt wie die anderen nach einem suff.
ich steckte das ganz anders weg als andere, beim gleichen abend zb.
aber ich denke das sollte ich mal in meinen erfahrungsbericht einbringen.
deine zeilen erinnern mich wieder, an das ...warum.
danke und gruss
fets
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Re: Tagebuch User craving

Beitragvon dphn » 25. Jan 2012, 19:24

Hi fets,

andere haben eine zeitlang auch nicht weniger getrunken wie ich, war bei mir auch so wie bei dir. Sie trinken heute sozial und ich bin abhängig geworden. Aus meiner heutigen Sicht war ich aber damals bereits abhängig und viele anderen nicht. Es liegt nicht an der konsumierten Menge, sondern es liegt daran, welche Bedeutung und welchen Stellenwert der Alk in deinem Leben einnimmt. Und genau dieser Umstand entscheidet darüber, ob wir süchtig trinken oder nicht. Anderen nichtabhängigen Personen sind im weiteren Verlauf andere Dinge wichtiger geworden wie der Alk und deshalb können sie gemäßigt trinken. Es gibt bei ihnen etwas, was wichtiger ist, als besoffen zu sein. Ich kann dir auch sagen was das ist. Es sind Dinge im sozialen, zwischenmenschlichen Bereich. Es hat mit der Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse wie Anerkennung, Bindung und Selbstwert zu tun. Also alles solche Dinge, die sich auf der emotionalen Ebene abspielen.

Kurz noch was zu meiner Person. Ich kann emotionale Nähe nur sehr schwer zulassen. Deshalb lebe ich auch alleine. Ich bin oft angespannt und Teile meiner Persönlichkeit wirken zwanghaft auf andere. Bei mir ist es ganz eindeutig, für was ich den Alk benutzt habe. Ich bekam zwar auch damit nicht wirklich was gebacken, aber das Suchtmittel gab mir gute Gefühle. Es diente als Ersatzstoff zur Befriedigung einer oder mehrerer menschlicher Grundbedürfnisse. Ich hörte das während meiner LZT und wusste auf einmal, warum ich abhängig bin. Die wichtigste Erkenntnis aus 14 Wochen Therapie. Ich brauchte nur den Stoff und meine Welt war in Ordnung und die Bedürfnisse erfuhren wieder mal ihre scheinbare Befriedigung.

LG
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Re: Tagebuch User craving

Beitragvon argentina » 25. Jan 2012, 21:16

Hallo Craving, Fets und Dirk,

Sehr interessant!

Kann mich eigentlich eher Dirk anschliessen! Ich habe „damals“ – ich sage mal zwischen 18 und 28 – viel weniger an Alkohol vertragen und auch getrunken habe, als mein Freundeskreis oder sogar Umfeld. Habe aber auch gleichzeitig gemerkt welche Wirkung Alkohol auf mich hat wenn ich Probleme „lösen“ wollte und bin glaube auch eher deshalb süchtig geworden, bzw habe nie gelernt mit dem Problemen umzugehen, sondern sie mir vom Leib getrunken, wobei das natürlich auch nicht funktioniert hat. Bei mir waren vor allem immer Beziehungsprobleme immer ein Grund zum trinken und das ist er auch heute noch. Das Gene aber auch eine Rolle spielen schließe ich nicht aus.

Soviel nur ganz kurz, [hi_bye]

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