Margolottas Erfahrungen

Fuer eigene erfahrungs Berichte zu Baclofen und Alkohol

Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon GoldenTulip » 22. Jan 2012, 00:03

hi argentina,
wegen Informationen zu Meditation schreib ich dir morgen eine Mail, bin heute zu müde, hier ist ja schon Geisterstunde
LG Conny
---Wenn du nichts tun kannst, tu was du tun kannst---

Wir haben kein anderes Mittel, die Welt zu ändern, als durch unser Bewusstsein.
Lama Anagarika Govinda - Buddhistischer Gelehrter
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon dphn » 22. Jan 2012, 00:12

Hallo Margolotta und argentina,

Meditieren ist wirklich schwer. Es bringt dir nur was, wenn du richtig abschalten kannst. Du musst ganz bei dir selbst sein. Hilfreich kann es sein, wenn du versuchst, mit geschlossenen Augen dich auf deine Atmung zu konzentrieren. Du wirst ruhiger, atmest ein... und wieder aus. Schwierig ist es, dass über einen längeren Zeitraum beibehalten zu können.

Ich habe letztes Jahr auf einem Seminar eine leichtere, aber dennoch sehr effektive Übung kennengelernt. Versuche dich nacheinander auf deine Körperteile zu konzentrieren. Fange bei den Zehen an und höre bei den Augenbrauen auf. Links und rechts voneinander getrennt. Da musst du nämlich bei denken, bleibst aber trotzdem bei dir. Am besten klappt das, wenn dir jemand das jeweilige Körperteil vorliest und du es dann im Anschluss kurz bewegst. Die Übung geht so in Richtung progressiver Muskelentspannung nach Jacobsen.

LG
Dirk
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon argentina » 22. Jan 2012, 00:32

Hallo Conny, Margollota und Dirk,

Doch ich glaube Meditation ist etwas für mich, ich kann abschalten wenn ich mich an meine Grenzen gebracht fühle, dann will ich nur dasitzen und Löcher in die Luft starren!.

@ Conny, wäre toll wenn du mir ne mail schickst.

@ Dirk, alle Körperteile - vielleicht zu viel für den Anfang, will ja noch nicht ins Nirwana [smile]

@ Margollta.... eine Freundin meiner Mutter hat sich dem Buddismus angetan... scheint unglaublich zu sein.

Danke euch allen bis hierher....DANKE!!

Argentina
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon Margolotta » 22. Jan 2012, 14:48

Hallo zusammen,

@Dirk: Die von Dir beschriebene Übung kenn ich auch aus meinem Buch. Momentan konzentriere ich mich allerdings auf meine Atmung. Zwischenzeitlich habe ich auch Übungen ausprobiert, die sich auf Gedanken und Emotionen beziehen. Hierbei bin ich allerdings sehr schnell zwischendruch abedriftet und war ein, zwei Mal am Ende aufgekratzter als vorher. [blus]

Ich wünsche Euch allen noch einen schönen, stressfreien Sonntag.
Wir wollen gleich noch eine Runde spazieren gehen dem Wetter zum Trotz. Hier regnet es immer wieder.

LG Margolotta
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon dphn » 22. Jan 2012, 19:07

Ich bin mich mal wieder selbst am Beobachten. Wenn ich etwas zu erledigen habe, habe ich keinen SD. Ich habe schon das Bedürfnis mein Leben in Ordnung zu halten.

Ein Beispiel dazu. Meine alte Waschmaschine hat wohl jetzt entgültig den Geist aufgegeben und ich werde nach einem neuen Gerät Ausschau halten. Das gehört direkt erledigt und ich kümmere mich garantiert Anfang nächster Woche darum. (Für Notfälle hab ich ja noch einen Waschsalon in unmittelbarer Nähe... [blum] ) Ich habe bei sowas überhaupt keine Lust zu saufen, es gibt ja sozusagen wichtigeres zu tun. Ist völlig in Ordnung.

Ganz anders sieht es aber wieder aus, wenn die neue WM fröhlich vor sich hin wäscht und ich wieder aufgrund des blöden Wetters nur meine Wände anstiere. Ich könnte natürlich auch mal anfangen, meine CDs zu sortieren und einzuräumen (sind so rund 500 Stück). Da hab ich wieder keinen Bock drauf, obwohl mich die Kartons ankotzen und der Schrank dafür ja auch schon in der Wohnung steht. Da kommen dann schon eher wieder Saufgedanken.

Es geht mir schon irgendwo schon um die Wichtigkeit und Brisanz der Aufgaben, die zu erledigen sind. Alles, was auch warten kann, das wartet leider auch.

LG
Dirk
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon Margolotta » 22. Jan 2012, 21:00

Du bist in bester Gesellschaft, Dirk. [sad]
Die gute, alte Langeweile. Wie oft die mir schon das Genick gebrochen hat, kann ich gar nicht zählen. Innerer Dialog: "Heute wird nicht gesoffen...och nix zu machen....vorm Rechner oder der Glotze ist es mit Weinchen viel schöner...und gib ihm". [black_eye]
Am nächsten Morgen hatte ich dann die Auswahl zwischen Übermüdung, rumorendem Magen, Übelkeit, Dauerheißhunger, Konzentrationsschwäche und generell schlechter Laune, gerne auch einiges davon in Kombination. Wadenkrämpfe in der Nacht und alle 1-2 Stunde aufwachen stimmen einen darauf dann besonders gut ein.

Wobei ich reflektierend sagen muss, dass es so schlimm wurde hinsichtlich der Menge des Alkohols, lag wohl auch daran, dass ich recht viel vertragen habe ohne am nächsten Morgen den Denkzettel zu bekommen. Keine Kopfschmerzen, kein schimpfender Magen etc. und es reichte eine gute Ladung Wasser + Vitamin-/Mineralientablette um wieder in Schwung zu kommen fürs Tagwerk. Wie schlimm kann es also sein? Man muss nur naiv genug sein bzw. die Augen feste genug zu machen.

LG Margolotta
Zuletzt geändert von Margolotta am 23. Jan 2012, 06:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon argentina » 23. Jan 2012, 00:06

Um noch mal auf das meditieren zu kommen....habe ich da im Internet etwas falsch verstanden? Das man sich auf den Atem konzentrieren soll ist mir klar ( und ich stelle es mir schwer vor) aber da stand auch was das man ein Mantra sagen soll ...also ein OOOOmmmmmmmmmmmmm beim ausatmen. Habe ich das falsch verstanden?? Denn dann stelle ich mir es nicht so schwer vor, weil dann würde ich mich auf das OM bei ausatmen konzentrieren...werde es morgen mal versuchen!!

Lg Argentina (nun wieder Krisen geschüttelt....arks)
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon Margolotta » 23. Jan 2012, 07:34

@argentina: Ein Matra muss nicht gezwungener Maßen ein Ton bzw. ommmm sein. In anderen Kulturkreisen gebrauchen die Leute einen heiligen Satz oder ähnliches. Das Mantra muss nicht gesprochen werden, man kann es auch denken oder die Worte mit den Lippen formen und Du kannst frei wählen, wie Dein Mantra lauten soll. Suche Dir ein Satz oder ein Wort, welcher/was für Dich von Bedeutung ist.
Du kannst Dich auch einfach nur auf die Atmung konzentrieren ohne Mantra, das mache ich gerade.

LG Margolotta
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon WilloTse » 23. Jan 2012, 10:12

Hallo zusammen,

ein Mantra ist erstmal an keine direkte Form gebunden. Das allseits bekannte "Om" (Om mani padme hum (hri)) ist ein sehr gängiges, für uns im soziokulturellen Umfeld aber eher unverständliches Mantra:

http://de.wikipedia.org/wiki/Om_mani_padme_hum

Letztlich liegt der Sinn eines Mantras in der Konzentration auf das Innere und dem Abschalten des "Affenhirns", also den ständig hin- und her hopsenden Alltagsgedanken. Das stimmliche "Singen" auf einem Ton erleichtert dies, da ein weiteres Hirnareal (also mindestens eins) beschäftigt ist. Zudem vibriert gerade ein tief gesummtes "om" sehr schön im Körper, was einfach als angenehm empfunden wird.

Auch die christliche Tradition bietet Mantren in Hülle und Fülle. Ein psalmodiertes (mit geringem, meist tiefem Tonumfang gesungenes http://de.wikipedia.org/wiki/Psalmodieren ) "Ave Maria" oder "Vater unser" erfüllt den gleichen Zweck: Versenkung, Innenwendung.

Auch eine Eigenkomposition ("Ich bin der Tiger, ich bin ruhig", z.B.) funktioniert, ist oft auch als Autosuggestion viel wirksamer als ein unverstanden nachgesummtes indisches oder ein ungegeglaubtes christliches Motiv. (Anm.: Der "Tiger" ist mein derzeitiges Mantra, mit den Eigenschaften stark, ruhig, gewandt, schützend und sehend - im Sinne der chinesischen Mythologie: Schutz vor bösen Mächten).

Ein "simples": "ich begrüße den Tag, ich freu' mich auf den Tag, ich bin der neue Tag" am Morgen entfaltet beachtliche Kraft, wenn man es für 10 (ungestörte!!!!) Minuten singt oder denkt.

Lass' da einfach Deinem Empfinden freien Raum, dann bist Du schon halb 'drin in der Meditation!

Man muss also nicht zwingend nach Indien oder Japan reisen, um sich nach innen wenden zu können. (Mir persönlich ist die buddhistisch-atheistische Weltsicht mittlerweile näher als die christliche, aber das muss jeder für sich sehen. Meditation funktioniert auch völlig konfessionslos).

Letztlich geht es immer darum, das eigene, wahre Ich zu finden (ohne es krampfhaft zu suchen) und damit authentischer im Hier und Jetzt leben zu können.

Das eigene, wahre Ich wird sich nicht freiwillig zugrunde richten, um mal wieder "on-topic" Alkohol zu kommen.

Wer sich für eine westlich - aufgeklärte Form der Meditation interessiert, die mit einfach erlernbaren Schritten bei einer Art "autogenem Trainig" beginnt und dann weiter in die Tiefe führt, ohne all zu esoterisch zu werden, dem sei aus eigener Erfahrung das hier ans Herz gelegt:

http://www.izen-izen.de/main/index.php? ... 4hb8gv58mo

Das Buch ist wirklich empfehlenswert, das ganze Drumherum wirkt auf mich allerdings ein bisschen zu geschäftstüchtig. Oder doch "lehrend" im positiven Sinne?

Aber auch das mag jeder für sich entscheiden.

LG

Willo
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon Margolotta » 29. Jan 2012, 14:11

Hallo zusammen,

ich bin nach wie vor bei 75 mg pro Tag. Mein derzeitige Einteilung sieht wie folgt aus:
- 10 Uhr 12,5 mg
-12 Uhr 12,5 mg
-14 Uhr 12,5 mg
-16 Uhr 12,5 mg
- 19 Uhr 25 mg (Hauptcravingzeit)
Ich versuche die Zeiten einigermaßen einzuhalten. Auf der Arbeit klappt es nicht immer, aber hauptsache der Rahmen stimmt ungefähr.

Da es einige hier getan haben, habe ich interessenshalber auch mal meine trinkfreien Zeiten seit Bac zusammengerechnet (meinen "Kringelkalender" habe ich immer brav geführt). Wenn ich meinen homöopathischen Versuch (rate ich mittlerweile jedem von ab!) mit einbeziehe, fällt der Start auf den August. In der Zeit vom 01.08.11 bis 28.01.12 komme ich auf 130 trinkfreie Tage. Alkmäßig übel waren insbesondere der September (scheitern des Globuli-Experiments) und der Dezember (persönliche Krise inkl. Mir-ist-alles-egal-Phase - hat mir die Wichtigkeit der Eigenarbeit noch einmal verdeutlicht). In diesen Monaten bin ich auf 5-8 Trinktage am Stück gekommen. Mengenmäßg mit der Tendenz nach oben, versteht sich.
Wenn ich den Januar mal ausklammere, waren in der Vorzeit 10 abstinente Tage am Stück das höchste der Gefühle.
Insgesamt bin ich mit diesem Schnitt zwar ehrlich gesagt nicht wirklich zufrieden, aber er ist immer noch besser als die Jahre zuvor!

Seit dem 30.12.11 bin ich nun komplett alkfrei, was auch auf unseren Haushalt zutrifft.
Bei einer Gelegenheit haben wir eine Flasche Likör geschenkt bekommen, die ich prophilaktisch zu Hause in den Ausguss kippte. Mir persönlich hilft es keine alkoholischen Getränke im Haus zu haben, auch wenn der nächsten Laden grundsätzlich nicht fern ist. Hier kommt wohl auch die Hemmschwelle ins Spiel.

Die Zahl meiner buliemischen Anfälle kann ich leider nur schätzen, da ich sie nicht in meinem Kalender gekringelt habe. Im Januar hatte ich gar keine, das kann ich sicher sagen. Davor komme ich ingesamt sicher auf zwischen 10 und 20.
Das Essen ist bei mir immer noch kritisch. Ich kann nicht langsam essen, ich kann mich nie so richtig auf das Essen konzentrieren und wenn ich zuckerhaltige Lebensmittel konsumiere, habe ich Probleme mich nicht sinnlos vollzustopfen. [unknown]
Mein Lebensgefährte kam mit dem zuckerfreien Haushalt nicht so wirklich gut klar. Schokocreme und mal ein Riegel Schoki mussten es dann doch schon sein - Zucker ist für mich noch so ein legales Suchtmittel.
Da kann ich dann auch nur schwer widerstehen, auch wenn es kein böses Ende nahm. Gelegentlich kam allerdings der Wunsch auf alles lozuwerden, das gebe ich zu. Dies ist mit Sicherheit für einen Nichtbetroffenen schwer nachzuvollziehen (Erbrechen ist halt widerlich). Ähnlich wie Lebenspartner dann doch noch fragen, ob sie nicht einen Wein mitbringen sollen, weil sie den SD ihres Gegenübers nicht verstehen.
Der Druck bei einem bulimieschen Anfall ist ähnlich wie der Trinkdruck (den kennen hier alle), lediglich das Ventil ist ein anderes.

LG Margolotta
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