Margolottas Erfahrungen

Fuer eigene erfahrungs Berichte zu Baclofen und Alkohol

Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon argentina » 29. Jan 2012, 18:35

Hallo Margolotta,

Schön das du auch mal deine trinkfreien Tage ausgerechnet hast. ich finde 131 Tage schon mal ok, das sind 4 Monate, auch wenn sie nicht am Stück waren, aber immerhin.

Finde es auch toll das du nun schon seit dem 30.12. trocken bist und hoffe das hält bei dir an. Deine Bac Einheiten und auch Uhrzeiten entsprechen ähnlich den meinen und ich glaube auch nach wie vor das viele kleine Einheiten besser wirken.

Ansonsten toi toi toi,

Lg Argentina
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon Margolotta » 4. Feb 2012, 19:32

Guten Abend zusammen,

ich lese hier brav mit, komme aber gerade nicht so viel zum Schreiben. Meinen Zwischenstandsbericht muss ich nun aber doch loswerden. Ich bin den 36sten Tag trinkfrei und komme mit den 75 mg Bac gut klar. Nebenwirkungen sind eigentlich keine vorhanden. Mein Kurzzeitgedächtnis lässt nach wie vor etwas zu wünschen übrig, aber ich bin mir nicht sicher, ob das vom Bac kommt oder unterm Strich der Trinkerei zu schulden ist. Jedenfalls schreibe ich mir alles Wichtige auf, damit mir nichts durchgeht. Meine Konzentrationsfähigkeit verbessert sich langsam, was ich mal auf die regelmäßge Meditation und das Nicht-Saufen zurückführe.

Aktuelle Problemzone ist definitiv das Essen. Gestern hatte ich einen bulimieschen Anfall, bei dem ich froh war, dass ich es auf einen beschränken konnte. Das Ende vom Lied war heute dann eine schöne Depri-Stimmung. Die Selbstzerfleischung, die sonst kam, habe ich "wegmeditiert". Gebracht hätte sie mir sowieso nichts. Den Auslöser kann ich nicht benennen: Mir ging es gut, mir war nicht langweilig oder sonst irgendetwas. Vielleicht hätte ich einfach nichts Süßes essen sollen?
Ich versuche jetzt mal an der Nahrungszusammensetzung zu schrauben. Vielleicht bringt mir das ja die Erleuchtung in diesem Bereich.

Dank der heutigen miesen Stimmung hatte ich einen vermehrten Trinkwunsch, der sich aber nach der letzten Bac-Dosis weitestgehend erledigt hat. Notfalls gibt es halt noch eine halbe Tablette oben drauf. Im Haus haben wir zwar ohnehin nichts mit Umdrehungen, aber notfalls leider eine Trinkhalle um die Ecke. Wobei ich glaube, dass meine bessere Hälfte mich bremsen würde, da ich ihm eh schon von meinem Essanfall erzählt habe. Momentan fällt mir die sonst übliche Heimlichtuerei schwer, weil ich mir beim Verschweigen ständig etwas in den Bart murmeln muss. Ich bin halt komisch! Da habe ich ihm auf seine Nachfrage und sanftem Bohren, einfach mal eine ehrliche Antwort gegeben. [blus] Es hat geholfen.

LG Margolotta
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon rockine1 » 4. Feb 2012, 20:20

Hallo Margolotta,

kann ich mir gut vorstellen, dass es besonders schwierig ist, zwei „Baustellen“ gleichzeitig zu erledigen, und dass sich bei einem Rückfall gleich wieder der „Teufelskreis“ schließen möchte.

Als ich noch auf hoher Dosis von Bac war, war mir das Essen eher egal (hab sogar ein paar Kilo abgenommen), aber seit ich wieder wenig nehme, hab ich festgestellt, dass ich enorm viel Appetit auf Süßes habe (und die Kilos sind wieder drauf). Ich glaube schon, dass das viel mit dem Zucker im Alk (zumindest im Wein/Sekt) zu tun hat, den wir jetzt ja weniger zu uns nehmen (und ist ja schließlich auch Nervennahrung).

Find ich übrigens super, wenn Du Deinem Partner gegenüber ehrlich bist. Er scheint ja auch sehr verständnisvoll zu sein. Ich habe es bis heute nicht geschafft, mich irgendjemandem gegenüber zu outen. Dabei ist gerade das ja eine große „Stärke“, wenn man auch seine Schwächen zugeben kann.

Liebe Grüße

Rockine
(Ich hinke Dir alktechnisch ja einen Tag hinterher. Du willst sicher nicht, dass ich Dich überhole, also bleib stark!)
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon argentina » 4. Feb 2012, 21:31

Hallo Margolotta,

36 Tage sind doch schon mal super gut!! Glückwunsch.

Was denn bulimischen Anfall angeht...da kenne ich mich auch nicht aus, wieso weshalb warum, was mich aber aufhorchen lassen hat ist das du deinem Lebensgefährten von deinem Rückfall erzählt hast, das ist nämlich etwas was ich nun auch an mir feststelle - ich kann zu meinen Schwächen stehen und das fühlt sich gut an. Das heißt jetzt nicht das ich mich überall oute, aber wenigstens kann man seinem gegenüber Partner ehrlich sein - geteiltes Leid ist halbes Leid [smile].

Mache dir auf jeden Fall nicht zu viele Vorwürfe, ich denke das du vom Alk weg bist ist das wichtigste. Hast du mal daran gedacht das irgendwelche Hormonschwankungen deinen "Heißhunger" auslösen könnten? Achte mal darauf zu welchen Zeitpunkten (in Verbindung mit dem Monatszyklus) diese Heißhungerattacken auftauchen - vielleicht hilfts.

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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon Margolotta » 5. Feb 2012, 17:02

Hallo Ihr Zwei,

vielen Dank für Eure Beiträge.

Ich glaube schon, dass das viel mit dem Zucker im Alk (zumindest im Wein/Sekt) zu tun hat, den wir jetzt ja weniger zu uns nehmen (und ist ja schließlich auch Nervennahrung).

@Rockine: Da wird etwas dran sein. Ich habe früher sehr gerne lieblichen Rotwein, Sekt mit Sirup oder Likör und Cocktails getrunken. Alles Sachen, die zuckertechnisch nicht ohne sind und die ich regelmäßig in mit hinein geschüttet habe.
Damit muss das Hirn erst einmal klarkommen. Es fehlt etwas.

Hast du mal daran gedacht das irgendwelche Hormonschwankungen deinen "Heißhunger" auslösen könnten? Achte mal darauf zu welchen Zeitpunkten (in Verbindung mit dem Monatszyklus) diese Heißhungerattacken auftauchen - vielleicht hilfts.


Ich merke zumindest, dass es in der Woche vor der Regel besonders schlimm ist, was aber grundsätzlich nicht ungewöhnlich ist.

Wenn ich Zucker in Form von Schokolade oder Gebäck konsumiere, kann es sein, dass ich Dauerhunger oder besser gesagt Appetit habe. Das ist aber an jedem Tag so, wenn es mich überkommt.
Ich schätze auch mal, dass mein Magen ziemlich "ausgeleiert" ist aufgrund der Mengen, die ich zeitweise in mich reingestopft habe.
Es ist alles nicht so einfach! Ich bin schon froh, dass es an der Alk-Front so gut läuft.

LG Margolotta
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon argentina » 5. Feb 2012, 17:35

Hallo Margolotta,
Hab ich mir gedacht das es die Tage vor den Tagen sind wo es am schlimmsten ist...fast alle Frauen ticken da ein bisschen anders. Bei mir sind das auf jeden Fall die Tage wo ich am ehesten mit einm Alk. Rückfall rechnen muss, aber da ich das weiß kann bin ich noch mehr auf der Hut als sonst.

Ich glaube nicht das dein Magen "ausgeleiert" ist, er war ja nie lange "voll". Isst du denn an anderen Tagen "normal"? Ich fühle mich selbst heute noch unwohl wenn ich vollgefressen bin und das nach fast 15 Jahren no Bulimie.

Deine Ernährung wirst wahrscheinlich dementsprechend umstellen müssen, aber damit kenne ich mich ehrlich gesagt auch nicht so aus.

Lg, Argentina
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon Margolotta » 5. Feb 2012, 17:51

@argentina: Grundsätzlich ernähre ich mich gesund und esse fast nie Fastfood oder Fertiggerichte. Ich lege großen Wert auf frische Lebensmittel, entsprechend wird gekocht. Auf der Arbeit gibt es Vollkornschnittchen oder Müsli mit Obst etc..
Süßes versuche ich zu meiden. Manchmal gelingt mir das aber nicht und dann artet es oft in einen Mampftag aus, auch wenn es nicht zum Erbrechen kommt.

Wenn es mich allerdings richtig überkommt, schmeiße ich nur noch die fettigsten Sachen zusammen in den Topf oder die Pfanne und dann geht es los.
Früher bin ich strategisch einkaufen gegangen, wenn ich wusste, dass ich alleine zu Hause bin. Es ging nur ganz oder gar nicht. Da wurde dann die Auslage beim Bäcker geplündert und noch extra fettiger Kram für den herzhaften Part gekauft.
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon argentina » 5. Feb 2012, 20:14

Ich weiß kenne ich noch von früher!! Bin auch geplant einkaufen gegangen....aber das ist halt ein Teil des Krankheitsbildes.

Wichtig ist dennoch in meinen Augen das du vor allem vom Alk weg bleibst und das machst du zur Zeit ja sehr gut!!!

Alles Gute weiterhin,
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon Margolotta » 10. Feb 2012, 20:44

Hallo zusammen,

heute war ein Tag zum in die Tonne werfen - Arbeit nervt halt manchmal. Nach dem Dienst hat es mich zwischenzeitlich doch in den Fingern gejuckt Wein zu kaufen. Ich habe dann aber nach dem Sport nur einen Abstecher über das Reformhaus gemacht, um meinen Lieblingstee zu besorgen. Daher kann ich den 43sten abstinenten Tag in Folge melden.

Bac-Menge: 75 mg
NW: Kurzzeitgedächtnis nach wie vor schlecht (dafür hat ein schlauer Mensch Notizbücher erfunden [biggrin] )
Schlaf: super! Komme derzeit sogar mit weniger Schlaf aus als früher, was ich aber eher auf die Meditation schiebe
Stimmung: allgemein gut, Stress gibt es halt immer mal wieder [dance]

LG Margolotta
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Re: Margolottas Erfahrungen

Beitragvon argentina » 10. Feb 2012, 21:46

Bravo [clapping] !!

Klasse das du dem Streß nicht nachgegeben hast, man sieht das du tolle Fortschritte machst.

Was ich dich neulich noch fragen wollte und irgendwie frage ich es eh gerade jeden, willst du mit Bac noch weiter hochgehen? Ich weiß du warst schon mal bei über 80mg, aber den berühmten Switch hast du ja auch nicht erreicht oder?

Lg, Argentina
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