Erfahrungsberichte WilloTse

Fuer eigene erfahrungs Berichte zu Baclofen und Alkohol

Re: Erfahrungsberichte WilloTse

Beitragvon GoldenTulip » 30. Jan 2012, 22:25

Bevor ich auf einem so hohen Ross daherreite, saufe ich lieber wieder.


kein Alkohol ist eben auch nicht die Lösung. Ein bisschen mehr Mühe darf schon sein.

Danke, Conny
Zuletzt geändert von GoldenTulip am 31. Jan 2012, 07:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrungsberichte WilloTse

Beitragvon argentina » 31. Jan 2012, 00:50

@ Conny

"Es wird soviel Zeit darauf verwendet, wieder sozial kompatibel, verwertbar, berechenbar zu sein, mir kommt es komisch vor, dass ein seelischer Prozess durch Suchttherapeuthen, Medikamente incl. Bac., Außenwelt reglemetiert zu werden versucht wird, als müsste man nur den Schalter umlegen, damit alles wieder normal ist oder scheint."

Ich glaube nicht das es bei uns jeh wieder "normal" wird, aber das hängt auch davon ab was man als "Normal" betrachtet. Eigenliebe ist da vielleicht noch der beste Therapieansatz, sich und seine Fehler und Schwächen zu akzeptieren.

Lg Argentina ( gerade etwas wirr [smile] )
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Re: Erfahrungsberichte WilloTse

Beitragvon WilloTse » 31. Jan 2012, 10:23

argentina hat geschrieben:Eigenliebe ist da vielleicht noch der beste Therapieansatz, sich und seine Fehler und Schwächen zu akzeptieren

Ja, darauf läuft's letzten Endes immer hinaus, oder? In the end, it's all about love.

Autonomie und Authentizität - und trotzdem geliebt werden? Geht das? Geht nicht, sagt meine - falsche - Erfahrung.

Meist hockt er daheim
und traut sich nicht 'raus.
Wenn er ist, wie er ist,
dann lachen's ihn aus.

Bald glaubt er's noch selber,
dass er krank und schlecht ist
weil die Engstirnigkeit
nach wie vor im Recht ist.

(aus: Konstantin Wecker, "Renn' lieber, renn', Übersetzung aus dem bayerischen von mir)

An dieser meiner falschen Erfahrung bin aber nicht ich Schuld.

Ich wäre ja gern, wie ich bin. Hat nur irgendwie immer nicht hingehauen. Vielleicht der Grund, warum die Meditation bei mir zur Zeit so gut greift: da kann ich eine Stunde lang einfach mal ICH in Reinkultur sein, wenigstens im Kopf.

Dieses permanente Gekämpfe und Gelüge und Gehänge und Gewürge der Saufnixen isses doch auch nicht. Das ist doch letztlich Feigheit vor dem Feind. Der Ansatz: ich schlucke bis ein mein Lebensende Baclofen und bin geheilt, ich kann sogar hier und da ein Piccolöchen... Nur wehewehe, ich setze es ab, dann kommt die "Trigger&Prost" - Nummer sofort zurück (danke @WarzoE für diesen Ausdruck!! [clapping] ). Isses das?

Wie ein Kind, dass sich die Hände vor die Augen hält und laut singt, damit das Gespenst es nicht sieht.
Klappt nicht. Ich hab's probiert.

Nur, der Typ, der sich sehenden Auges kaputtsäuft, das ist halt auch nicht das echte ICH.

Autonomie geht nicht mit einer Flasche in der Hand, die mir genau diese Autonomie wieder nimmt.

Ich stehe hier und trinke, weil ich in meiner Entscheidung frei sein will.
Und ich will trinken, was mich organisch zerstört und mir die Freiheit der Entscheidung nimmt.

Wer dieses Säufer - Koan lösen kann: 'raus mit der Sprache.

Liebe Grüße @all

Willo
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Re: Erfahrungsberichte WilloTse

Beitragvon GoldenTulip » 31. Jan 2012, 10:32

Moin Willo,

Koans sind nicht zum Lösen da....
Zwei Gedanken dazu:

1. Der Gegenpart der Liebe ist Angst.
2. Freiheit ist (auch) Einsicht in Notwendigkeit.

LG Conny
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Re: Erfahrungsberichte WilloTse

Beitragvon GoldenTulip » 31. Jan 2012, 10:36

ergänzend zum Koan (aus: Wikipedia)

„Masagin springt hervor!
Worte sind vertraut, noch vertrauter ist der Geist.
Wer über Falsch und Richtig spricht,
ist ein Mensch des Falschen und Richtigen.“

Deutlich wird hier die Auffassung des Zen, dass in den existenziellen Fragen Bezeichnungen und Konzepte nutzlos sind.
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Re: Erfahrungsberichte WilloTse

Beitragvon WilloTse » 31. Jan 2012, 11:16

GoldenTulip hat geschrieben:Koans sind nicht zum Lösen da....

Naja, doch, letztlich schon: sie lösen den Geist von der Vorstellung, alles in irgendwelche "logischen" "aus A folgt B" - Reihen stellen zu können.

"Schlecht" gibt es erst, wenn "gut" definiert ist. "Krank" erst, wenn "gesund" definiert ist. Ohne Definition gibt es nur "Sein".
Wobei "Nichtsein" sich eben nicht definieren lässt. Wenn Du es versuchst, ist es schon wech...

Ich liebe ZEN, und das innere Aikido wird meine Lösung "sein". Wobei ich bestenfalls beim gelben Gürtel bin, wie ich letzte Woche mal wieder lernen durfte.

Ja, GGG 2.0. Mindestens.

LG Willo
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Re: Erfahrungsberichte WilloTse

Beitragvon WilloTse » 31. Jan 2012, 11:20

Nee, FDH (FühleDenkeHandle) 2.0.

In "GGG" ist mir immer noch viel zu viel Passivität.

LG Willo
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Re: Erfahrungsberichte WilloTse

Beitragvon GoldenTulip » 31. Jan 2012, 11:42

Hi nochmal,

Autonomie geht nicht mit einer Flasche in der Hand, die mir genau diese Autonomie wieder nimmt.


Mir geht es darum, dass "Autonomie" - in diesem Kontext - letzlich ein Konzept ist, das dazu einlädt, an ihm zu scheitern.
Wenn dann hinzukommt, dass die "Ich-bin-nicht-wert-geliebt-zu-werden" Gedankenmaschine (eingeimpfte Glaubenssätze) losrattert, ist man so gut wie chancenlos.

Selbstliebe, wie argentina sie beschreibt, ist kein passiver Akt "Bin schon ganz ok so, kann halt manchmal nich' anders", es ist ein mit sich selbst in Beziehung treten, da können auch schon mal die Fetzen fliegen.
Wie in jeder guten Beziehung.

Nicht der Alkohol raubt die Autonomie, sondern die Inanspruchname seiner Funktion als bequemes Lösungsmittel, die eigene Bequemlichkeit, darauf zurückzugreifen, obwohl andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen.
IASS (Ich-arme Sau-Sydrom, wer's nicht kennt). Passiv-autoagressiv, Opferrolle.

LG Conny
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Re: Erfahrungsberichte WilloTse

Beitragvon WilloTse » 31. Jan 2012, 11:58

GoldenTulip hat geschrieben:dass "Autonomie" - in diesem Kontext - letzlich ein Konzept ist, das dazu einlädt, an ihm zu scheitern

Hi Conny,

dann haben wir aneinander vorbeigeredet, sorry.

Mit "Autonomie" meine ich das vollständige, kontextfreie Selbst - Sein, die tatsächliche innere Unabhängigkeit von jeglichen Konzepten. Alkohol spielt dabei eine, aber nicht die alleinige Rolle.

Klarer so?

LG

willo
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Re: Erfahrungsberichte WilloTse

Beitragvon GoldenTulip » 31. Jan 2012, 12:11

ay ay capt'n [smile]

aaaber
die tatsächliche innere Unabhängigkeit von jeglichen Konzepten


existiert exakt so lange, wie man sich in der Versenkung befindet. Sobald man die Augen wieder öffnet, bleiben nur noch Konzept, Prozess und Näherung. Ich glaube, da sind wir uns aber schon einig.

So klarer? [twiddle]
Conny
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