Erfahrungsbericht dphn

Fuer eigene erfahrungs Berichte zu Baclofen und Alkohol

Re: Erfahrungsbericht dphn

Beitragvon razow » 2. Feb 2012, 17:13

Es tut mir leid, ich wollte Dich weder schocken ,noch aufwühlen.Im anderen Forum gab es einen jungen Mann, der dort auch aktiv war, der sich meines Wissens nach das Leben genommen hat.Ich glaub(t)e, dass Warzo ihn in Berlin traf.
Es ist ja leider kein Geheimnis, dass die Selbstmordrate unter Suchtkranken sehr hoch ist. Insofern hatte das also nichts mit Bac direkt zu tun, sondern war sicher anderen Umständen geschuldet. Warzo mag vielleicht mehr erzählen, da ich nur Mitleser war, nicht persönlich bekannt mit dem Mann.

Was mir letzten Sommer nach dem Selbstmord sauer aufstiess, dass war der Umgang mit dem Tod dieses jungen Mannes.Am liebsten hätte man im Forum kein Wort darüber verloren.Ich empfand das als respektlos und kalt.

Ich hoffe, dass ich Dir nun Deine Besorgnis etwas nehmen konnte! Tut mir leid!
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Re: Erfahrungsbericht dphn

Beitragvon WarzoEcht » 2. Feb 2012, 17:37

Es ist leider so, dass "der junge Mann aus Berlin" sich das Leben genommen hat. Er war im anderen Forum, er nannte es gern "das Forumchen" ein erfolgreicher Baclofen-Nutzer und Vielschreiber. Für mich war es ein Riesenschock. Ich war eng mit ihm befreundet, auch im realen Leben. Ich informierte das Forum und schrieb mehrere Posts dazu zumal auch andere Teilnehmer ihn sehr mochten und seine kreativen Posts schätzten.

Was mir letzten Sommer nach dem Selbstmord sauer aufstiess, dass war der Umgang mit dem Tod dieses jungen Mannes.Am liebsten hätte man im Forum kein Wort darüber verloren.Ich empfand das als respektlos und kalt.


Dieses Zitat razows kann ich nur voll unterstreichen. Es waren ganz wenige, die das tragische Ende eines engagierten Teilnehmers angemessen würdigten: Jivaro (die hier mitzulesen scheint, schöne Grüße!) und WilloTse und ich natürlich, an diese erinnere ich mich im Moment, es waren bestimmt noch ein paar mehr, wir schrieben etwas dazu. Ansonsten wurde der Tod totgeschwiegen durch den Meister, dem es sichtlich unangenehm, dass es bei seiner BAC-Mission zu einem Todesfall gekommen war. Nach der Devise: Was nicht sein darf, kann nicht sein." Der Forenbetreiber ging sogar zu weit, dei Tatsache in Frage zu stellen, obwohl es schnell objektive Beweise gab, z.B. Telefongespräche mit engsten Angehörigem. Der Betreiber/Fanatiker konnte, wollte es nicht glauben, stellte es sogar trotz Todesanzeige in Frage, so weit geht sein Wahn. Heutzutage (11.2.) behauptet er, er sei nie "Kneipengänger" gewesen, dabei war er sieben Jahre lang Kneipier. Den Verstorbenen hätte all dies nicht erstaunt.

Ich wollte nicht zur Beunruhigung beitragen, aber ich persönlich muss noch oft an ihn denken. Er war mein bester Freund.

Wichtig noch: Baclofen war nicht die direkte Ursache. Obwohl seine Angehörigen (Sohn, Freundinnen) selbst in langen Telefongesprächen bezeugten, BAC hätte ihn zwar vom Alkohol weggebracht, aber seine Psyche in Richtung Aggressivität verändert. Das sagte er mir auch selbst und beschrieb Beispiele.

LG warzo
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Re: Erfahrungsbericht dphn

Beitragvon argentina » 2. Feb 2012, 17:40

Ja, bin beruhigt, hatte wirklich kurz Panik bekommen...

Ein Selbstmord ist immer schlimm und vor allem traurig wenn er der letzte Ausweg aus einer Sucht ist.

Lg Argentina
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Re: Erfahrungsbericht dphn

Beitragvon dphn » 3. Feb 2012, 09:54

Heute das erste Mal morgens Bac genommen. Habe die Erfahrung gemacht, dass ich durch 25 mg auf einmal am frühen Abend doch zu sehr verpeilt bin. Ich empfinde das nicht als unangenehm, aber produktiv bin ich dann auch nicht wirklich. Gestern abend also 12,5 mg und heute morgen 12,5 mg. Gestern abend hab ich mich super gefühlt, heute morgen die ersten beiden Stunden irgendwie wieder verpeilt, aber jetzt passt alles. Kein SD. Ich werde also umstellen auf 6,25 - 6,25 - 12,5 mg. Ich komm schon langsam dahinter, wie es gut wirkt. [smile]

Habe auch den Eindruck, dass es nicht immer gleich wirkt, aber das ist ja auch logisch. Die Hirnchemie ist ja auch nicht jeden Tag gleich, denn sonst würden wir uns jeden Tag exakt gleich fühlen. Es gab auch zu Trinkzeiten bei mir Tage mit mehr und weniger SD. Gegen Ende war der SD zwar so heftig, dass ich es wirklich keine 10 Minuten mehr aushielt, aber das war ja nicht die ganzen 20 Jahre so.

LG
Dirk [hi_bye]
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Re: Erfahrungsbericht dphn

Beitragvon dphn » 7. Feb 2012, 20:51

Huhu zusammen, [smile]

bin wieder zurück vom Besuch bei meinen Eltern. War sehr angenehm diesmal, sie finden es auch gut, dass ich es mit Bac versuche und ich komme auch gut klar damit. Habe jetzt so die Erfahrung gemacht, dass es morgens immer mehr reinhaut, wie sonst am Tag, ich nehme ja noch ein AD (Venlafaxin) morgens, ist schon etwas matschig mitunter so auf der Autobahn... Ich fahre besser mit morgens Venlafaxin, dann Bac ab mittags 6,25 mg nachmittag 12,5 mg abends 12,5 mg. Bin zufrieden, keine NW bei dieser Konstellation. Kein SD, evt. mal sehr gering.

LG
Dirk
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Re: Erfahrungsbericht dphn

Beitragvon Margolotta » 7. Feb 2012, 21:01

Hi Dirk,

ich hoffe, Du hattest eine schöne Zeit bei Deinen Eltern.

Es freut mich zu lesen, dass es bei Dir gut hinhaut mit Bac. [good]

LG Margolotta
Vergiss das Vergangene, wende Dich dem Kommenden zu!
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Re: Erfahrungsbericht dphn

Beitragvon dphn » 9. Feb 2012, 20:22

so, ich bin mal wieder etwas weiter gekommen. Habe die letzten beiden Tage mal die Wohnung soweit aufgeräumt, Papiere, die bereits Monate lang auf einem Stapel lagen aussortiert und eingeräumt. Ja, und jetzt war ich heute soweit fertig und brauchte mal etwas Ruhe. Und genau das ist so ein Moment, wo ich SD bekomme. Heute auch. Erst arbeite ich wie bekloppt und dann will ich gerne abspannen (und mich betrinken). So war es immer und aus einer solchen Situation heraus gabs immer einen fetten Absturz.
Ich habe mich aber in der trockenen Zeit gut kennengelernt. Ich weiß es einfach, dass ich in einer wie oben dargestellten Situation völlig abstürzen würde und es mir in einer langweiligeren Phase eher mal gelingt zu trinken ohne sofort einen Absturz zu kassieren. Ich weiß über mein Suchtverhalten bescheid und weiß genau, alles bloß kein Alk, es wäre ein Selbstläufer.
Mit Bac bin ich heute auf 50 mg gegangen und es hilft. 12:00 Uhr, 16:00 Uhr, 18:00 Uhr, 21:00 Uhr je 12,5 mg. Der Abstand zwischen 16:00 Uhr und 18:00 Uhr sind nur zwei Stunden, aber gerade diese Zeit ist bei mir gefährlich. Keine NW, vielleicht etwas euphorisch sogar. Kein SD mehr.

LG
Dirk
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Re: Erfahrungsbericht dphn

Beitragvon chrisi1966 » 9. Feb 2012, 22:43

Hallo Dirk,


hab dich schon vermißt, schön das du so vorwärts kommst mit Bac [smile]



lg Chrisi
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Re: Erfahrungsbericht dphn

Beitragvon argentina » 10. Feb 2012, 16:44

Hallo Dirk,

Freue mich das du alles so gut im Griff hast. Merkst du denn nun einen signifikanten Unterschied? Fällt es dir jetzt leichter nicht zu trinken? Frage es aus reiner Neugier, weil du ja schon so lange ohne Bac trocken warst und der gute Wille sehr viel ausmacht.

Lg Argentina
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Re: Erfahrungsbericht dphn

Beitragvon dphn » 10. Feb 2012, 21:15

Liebe argentina und @all

genau zu deiner Frage wollte ich jetzt an dieser Stelle sowieso was schreiben.

Ich bin der Ansicht, dass Bac alleine nicht ausreichend ist um trocken leben zu können. Ich bin aber davon überzeugt, dass wenn du gerne trocken leben möchtest, das Bac sehr hilfreich ist. Ich bin nach zwei Wochen Bac wieder viel motivierter, auch weiterhin trocken bleiben zu können.

Die Sucht hätte mich bald wieder gehabt. Ich malte mir bereits gedanklich schon aus, wo und wie ich mal wieder saufen kann, ggf. mit ner Entgiftung hintendran bzw. Diazepam ausm Internet. Ich wollte richtig abstürzen, nur mitbekommen sollte es keiner.

Nun, die Suchtgedanken sind nicht ganz weg, aber ich kann sie kontrollieren. Ferner kann ich gegenüberstellen, wie sich Trockenheit ohne Bac und Trockenheit mit Bac anfühlt. Ich bin froh, dass ich beides kenne und so auch die Wirksamkeit des Medikaments gut beschreiben kann.

Ich sehe es so. Das Bac dockt definitiv an den Suchtzellen im Gehirn an. Genauer gesagt am GABA-Rezeptor. Das spüre ich und es gibt mir zumeist ein leicht beschwingtes, sehr angenehmes Gefühl. Bac alleine reicht aber nicht. Ich habe heute in der neuen Wohnung Bilder aufgehangen von meinem schönsten Urlaub aus dem Jahr 2001. Ich war damals in Norwegen. Und dann kamen mir Gedanken, dass ich da gerne mal wieder hin will. Jetzt suche ich noch ein richtig geiles großes Bild fürs Wohnzimmer, was über dem Sofa hängen soll. Dann ist alles mit einem nordeuropäischen Touch versehen. Da ist das erste Mal seit langer Zeit wieder interesse für etwas entstanden, ohne permanent an Alkohol zu denken und genau hier hilft das Bac. Ich bin in der Lage wieder positiver zu denken ohne störende Saufgedanken.

Ich war anschließend einkaufen und richtig gut drauf. Ich shakerte ein wenig mit der Verkäuferin an der Käsetheke (ich liebe Appenzeller [blum] ) Ich komme mit mir und meiner Trockenheit weiter und fühle mich zur Zeit sehr gut dabei.

LG
Dirk [hi_bye]
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