Der komplette Absturz!!!!

Fuer eigene erfahrungs Berichte zu Baclofen und Alkohol

Re: Der komplette Absturz!!!!

Beitragvon argentina » 29. Jan 2012, 18:47

Hallo alle zusammen,

So nun auch wieder ein Wort zu mir. Ich habe das Gefühl wieder Herr über mich und meinem Leben zu sein [smile] . Mit meinem Freund stehe ich nicht mehr auf Kriegsfuss, die endlos Diskussionen sind weg und ich bin wieder ruhiger. Wegen dem Flug gibt es noch nichts neues, aber ich bin auch deswegen ruhig und "startklar".

Der Januar war Alkoholtechnisch gesehen "nass", aber die Trinkmenge kontinuierlich gering (höchsten 0,5 - 0,75 Wein), und das trotz einigen Krisen. Seit gestern versuche ich nun wieder auch diese geringe Mengen weg zu lassen, weil ich nicht mehr das Gefühl habe "nachdenken zu müssen". Kopfarbeit löst Carving aus, auch kurz bei Don Q im Thread beschrieben. Ich kann es nicht anders beschreiben.

Ich nehme nach wie vor 75 mg, erhöhe vielleicht noch um 10 mg in den nächsten Tagen, das hängt aber davon ab wie ich mich abends fühle. Bei mir kommt auf den Gongschlag 18 Uhr auch der TW, vor allem wenn ich im Garten sitze und den Tag ausklingen lassen möchte...mein Garten löst übrigens auch einen TW aus, liege in der Zeit im Bett und schaue TV, habe ich keinen TW!!!

Im großen und ganzen verspüre ich aber wieder meine innere Ruhe und die möchte ich als Grund nutzen nun auch wieder ein längere Alk freie Zeit anzugehen.

Bis bald, LG, Argentina [hi_bye]
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Re: Der komplette Absturz!!!!

Beitragvon argentina » 31. Jan 2012, 01:03

Hallo an alle,

Habe nun die nächste Erfahrung gemacht: 70 - 80 mg Bac mit Alkohol sind eine Sache, ohne Alkohol: No way!!!!!!!

Gestern ohne Alkohol und auf 80 mg hoch.Hatte auch einen ganz merkwürdigen Traum, in dem ich etwas gesagt habe, wovon ich noch im Traum dachte : DAS ist es, DAS musst du dir aufschreiben, damit du es morgen noch weißt! Bin dann auch aufgewacht, war aber zu verdattert über meine "Worte" und bin wieder eingeschlafen [mad] . Heute morgen wusste ich es nur noch Schemenhaft [mad] .

Heute also der 2. Tag ohne Alk. Morgens ( um 9 Uhr, sonst um 7 Uhr und das trotz Alk) aufgewacht mit dem Gefühl das ein LKW über mich gefahren sei. Zustand hielt den ganzen Tag an, was mich total nervös machte. Mit jeder Bac Einnahme wurde mir schwindliger und nach 70 mg lag ich um 18 Uhr im Bett und schaute TV im Glauben ich würde " da runter kommen" - wovon? Keine Ahnung. Mir war dieser Zustand derartig zuwieder, das ich um 20 Uhr doch zum Supermarkt taumelte ( als wenn ich volltrunken wäre!!). Jetzt nach 0,5 Wein gehts wieder besser, Schwindel ist weg und vor allem dieser Druck im Kopf! Vor allem der Druck im Kopf hat mich irre gemacht.

Waren das jetzt Entzugserscheinungen oder war es das hohe Bac oder was war das ? Das habe ich noch nie gehabt, der TW war auch extrem um mich aus diesem Zustand "rauszuholen".

Bin ehrlich gesagt etwas erschrocken deswegen.

Lg Argentina
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Re: Der komplette Absturz!!!!

Beitragvon dphn » 31. Jan 2012, 07:49

ich denke mal es war die hohe Bac Dosierung. Ich kann jetzt nicht aus eigenen Erfahrungen berichten, aber es ist wohl so, dass Alk ja die Bac-Wirkung aufhebt, also hast du wahrscheinlich zuviel genommen.
Entzug ist anders. Da bist du permanent auf 180, rennst auf und ab in der Bude, findest null Ruhe. Du bist zittrig, hast Schweißausbrüche und frierst gleichzeitig. Immer wieder Flatterer, manchmal auch in Intervallen. Je nach Intensität des Entzugs kannst du es tagsüber so halbwegs aushalten, nachts aber wenn der Körper zur Ruhe kommen soll, rennst du die Wände hoch.

LG
Dirk [hi_bye]
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Re: Der komplette Absturz!!!!

Beitragvon WarzoEcht » 31. Jan 2012, 08:34

@Argentina

Du bist mit 80mg jetzt bei einer Dosis, bei der üblicherweise Nebenwirkungen auftreten: Bei Dir sind es ungewöhnlich realistische und beunruhigende Träume und ein anhaltendes Gefühl, neben sich zu stehen, das auch "Dissoziation" genannt wird. Und dies ist noch lange nicht alles. Deine Nebenwirkungen wirken verglichen mit dem, was ich an mir und bei anderen erlebt habe, sogar noch relativ harmlos. Allerdings tröstet das wenig, denn für jeden sind die eigenen Nebenwirkungen natürlich die schlimmsten. Eine leider etwas schockierende, aber sehr realistische Liste US-amerikanischer Anwälte findest Du hier:

http://doihavealawsuit.com/lawyer-attorney/70-side-effects-lawsuit/390-lioresal-side-effects-lawsuit.html

Baclofen greift tief in den Hirnstoffwechsel und in das gesamte Zentrale Nervensystem ein, wie genau ist noch nicht einmal geklärt. Wahrscheinlich dämpft es es die hyperexcitability, also die Übererregbarkeit der Bereiche die für Alkohol zuständig sind, was zum Nachlassen des Trinkdrucks führt.

Hier eine der neusten und wichtigsten Studien dazu: Journal of Psychopharmacology (6/2011), Substitution therapy for alcoholism: time for a reappraisal? Jonathan Chick and David J Nutt, Abstract: A number of compounds already in use as medications for various indications substitute for ethanol at clinically relevant brain pathways, in particular, at gamma-aminobutyric acid (GABA) receptors. Nevertheless, although substitute medications have been recognized for heroin and tobacco dependence, patients with alcohol dependence are rarely offered an analogous approach. Benzodiazepines may have paradoxical effects, and abuse and dependence are known. Baclofen (GABAB agonist) has not been associated with dependence or misuse and has been effective in several trials in preventing relapse, although research is required to establish the optimal dosing regimen. GABA-ergic anticonvulsants, helpful in treating withdrawal, have yet to emerge as effective in relapse prevention. Clomethiazole and sodium oxybate, the latter having been shown to be effective in relapse prevention, have incurred a reputation for dependence and abuse. However, data have emerged showing that the risk of abuse of sodium oxybate is lower than many clinicians had foreseen. For a condition where existing therapies are only effective in a proportion of patients, and which has high morbidity and mortality, the time now seems right for reappraising the use of substitute prescribing for alcohol dependence.

Bei mir gibt es zur Zeit bei 50mg auch massive, kaum tolerable Nebenwirkungen. Am schlimmsten die Tagesmüdigkeit. Ich schlafe den ganzen Tag, sogar am Schreibtisch im Sitzen. Außerdem ist mein Kurzzeitgedächtnis praktisch nicht mehr vorhanden. Die Lebensfreude geht an den meisten Tagen gegen null. Die Stimmung ist mies.

Diese und viele andere Nebenwirkungen führen zu den meisten Abbrüchen der BAC-Therapie. Das fürchten die BAC-Advokaten und -Fanatiker am meisten und raten zu GGG. Das bedeutet nicht etwa "Gelesen, Gelacht, Gelöscht", sondern "Geduld, Geduld, Geduld". Die Fanatiker und Dogmatiker behaupten, die Nebenwirkungen gingen mit der Zeit weg.

Hier muss jeder eigenverantwortlich entscheiden: schweres Trinken in Kauf nehmen mit den unweigerlichen Folgen - oder die starken Wirkungen dieser speziellen Chemotherapie verkraften in der Hoffnung, sie würden besser.

Ich persönlich habe mich entschlossen, BAC noch ein paar Wochen Zeit zu geben. Es kann aber täglich sein, dass ich mich doch entschließe abzubrechen (langsam runterzudosieren), wenn das bei mir so weitergeht. Ich möchte niemand Angst machen, aber jeder sollte wissen, dass BAC keinesfalls unterschätzt werden darf ("BAC sind keine Smarties."), weder mit seiner erhofften Wirkung (Schwächung des Trinkdrucks), noch mit seinen heftigen Nebenwirkungen, die bei vielen Patienten (nicht bei allen!) auftreten. Ich finde, jeder hat ein Recht auf die ganze Wahrheit. Deswegen suchen intelligente Menschen hier, die einmal beim Königsweg mitgewirkt haben, nach alternativen Nutzungen. Ich persönlich war mal sechs Monate sehr glücklich mit 2,5 - 2,5 - 0 Ergebnis: kein übermäßiger Trinkdruck, keine Nebenwirkungen, ein Optimum an Lebensfreude. Aber ich wurde belächelt und diffamiert: Placeboeffekt.

LG warzo
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Re: Der komplette Absturz!!!!

Beitragvon dphn » 31. Jan 2012, 09:57

@warzo
hmmh. Ich neige da doch eher dazu mir mehr reinzuhauen. Wenn ich bei 6,25 mg der Ansicht bin, ich spüre vom Bac nichts, nehme ich halt mehr. 12,5 mg auf einmal machen sich auf jedenfall bemerkbar, wie ich die Wirkung einordnen soll, weiß ich noch nicht so recht. Gestern habe ich gegen 16:00 Uhr die 12,5 mg genommen und danach nix mehr. Alles im grünen Bereich, bis auf Müdigkeit am späten Nachmittag und ich war in der Tat zunächst doch etwas "verpeilt". Geschlafen habe ich übrigens super, so von 23:30 bis 6:00 Uhr Tiefschlaf. Bin fit und erholt. Morgens will ich mal noch kein Bac, weil ich glaube, dass die Arbeit besser geht ohne.
Ich war ja kein Trinker während der Arbeitszeit, von daher auch kein SD. Mir ging es ja immer um den Rausch als solches, deshalb kann ich auch Stress aushalten. Es ist denkbar, dass dann zwar abends mehr SD kommt, dann gibts ne Ladung Bac und gut ist.
Sicherlich ist es nicht erwiesen, was das Bac tatsächlich mit dem Hirnstoffwechsel so anstellt, aber SD minimieren tut es wohl tatsächlich. Als ich getrunken habe, habe ich im übrigen mir auch keine Gedanken gemacht, was der Sprit so in meinem Gehirn macht. Ich habe getrunken, weil ich süchtig bin und jetzt als trockener Alki fress ich auch nicht die Weisheit mit Löffeln... (ich schrieb das gestern schonmal, gelle? [blum] )

LG
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Re: Der komplette Absturz!!!!

Beitragvon WarzoEcht » 31. Jan 2012, 10:15

@Dirk

Niemand frisst die Weisheit mit Löffeln, vor allem nicht beim Thema Baclofen.

Ich habe Nutzer getroffen (mit einem Berliner bin ich persönlich eng befreundet), denen BAC überhaupt nichts ausgemacht hat. Ich kenne aber auch Nutzer (mich eingeschlossen), die manchmal NW-frei sind, aber sehr oft unter schweren NW fast zerbrechen.

Ich wünsche Dir, dass Du zu den robusten, NW-freien Nutzern gehörst. Du bist in einer guten Situation: schon zwei Jahre kein Alkohol. Da kannst Du es Dir leisten, extrem langsam aufzudosieren, und Du hast eine grundsätzlich positive Einstellung. Gute Erfolgsaussichten, wie mir scheint.

LG warzo
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Re: Der komplette Absturz!!!!

Beitragvon argentina » 31. Jan 2012, 14:48

Hallo Warzo,

Ach so sieht als Dissoziation aus! Nee, das nehme ich nicht in Kauf, das gestern hat mir gereicht!! Zumal es ja auch noch dazu geführt das ich mir diesen „Zustand“ weggetrunken habe bzw. MUSSTE, sonst wäre ich glaube ich durchgedreht. Werde heute auf 60 mg runtergehen, damit hatte ich eigentlich nie Probleme...aber um die Wahrheit zu sagen, eigentlich habe ich egal mit welcher Dosis immer mal wieder getrunken, also ist es bei mir nach wie vor eine Kopfsache bzw. der gute Wille ( der oft abhanden kommt). Mit 20 mg bin ich nach dem ersten runterdosieren auch mal sehr gut zu Recht gekommen....keine Ahnung, ich bin mal wieder etwas Ratlos.

Ich halte eigentlich sehr viel von Bac, aber das es mein Gehirn so durcheinander bringt ist mir ehrlich gesagt doch etwas unheimlich und das es noch schlimmer werden könnte...nein Danke. Alle andere NW waren bis jetzt aber auszuhalten, nur das von gestern geht gar nicht.

So, werde später noch mal berichten wie es mir heute erging.

Lg Argentina
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Re: Der komplette Absturz!!!!

Beitragvon WilloTse » 31. Jan 2012, 14:54

Liebe Argentina,

das Finden der "passenden" Dosis scheint beim BAC das A&O zu sein.

Bei gleichzeitigem Alkoholkonsum hast Du praktisch keine Chance, "Deine" Dosierung zu finden, da Alkohol und Baclofen im Hirn an gleichen Stellen arbeiten.

Also: was nach ein paar Tagen Nüchternheit "Deine" Dosis war, sollte erstmal Deine Arbeitsbasis sein.

Es gibt Leute, die halten 300 mg aus, es gibt andere (wie mich) die ticken bei 25 mg spürbar anders.

"Den" Weg gibt es nicht. Du musst Deinen finden.

LG

Willo
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Re: Der komplette Absturz!!!!

Beitragvon argentina » 31. Jan 2012, 15:19

Hallo Warzo,

Das ist ja das paradoxe....solange ich immer mal wieder trinke, werde ich meine Dosis wahrscheinlich nicht finden!? Wobei ich ganz ehrlich sagen muss das mir die letzte Variante ( 65-75mg und 0,5 Alk) noch am genialsten vorkam - aber das bringt eigentlich auch nichts, zumindestens nicht den Sinn des Zwecks, mit dem Trinken aufzuhören, sondern das ich es mir schön rede nun weniger zu trinken! Wie abgefahren!! Es gibt Tage wie heute wo ich wirklich über mich selbst und meine paradoxen Gedanken lachen muss...aber naja, immerhin kann ich drüber lachen...

Bis später, Argentina
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Re: Der komplette Absturz!!!!

Beitragvon WarzoEcht » 31. Jan 2012, 15:32

@Argentina & WilloTse

WilloTse, vollste Zustimmung, eine kleine Ausnahme: Ich habe ja nun auch schon fast ein Jahr BAC-Erfahrung. Ich glaube es gibt, wie Argentina sagt (bei ihr 60mg) einen Punkt, bei dem man tatsächlich das Gefühl hat, so könnte es bleiben. Bei mir war das in 2011 einige Monate bei 37,5mg der Fall. Das konnte bei mir möglicherweise die so sehr gesuchte, individuell richtige Dosierung gewesen sein. Beziehungsweise: Wenn man das Gefühl hat, könnte das der Setpoint sein. Argentina, vielleicht hilft Dir das. Ansonsten lohnt es sich wirklich, eine Weile abzuwarten. Manches legt sich tatsächlich. Du selbst hast mir ja unlängst einen sehr guten "Trick" gegen Tagesmüdigkeit verraten: einfach etwas tun, und es kann weggehen. Funktioniert bei mir leider nicht immer.

LG warzo

PS
Meine 2,5 / 2,5 / 0 -Krümelnummer hatte nachgewiesen gesundheitliche Ursachen (paradoxe Reaktion und Überreaktion). Außerdem blieb tatsächlich ein halbes Jahr der tägliche Trinkdruck genauso weg wie bei 37,5mg (meinem vermuteten Setpoint). Der einzige Nachteil war dieser Monate vorher geplante Rückfall, der dann auch fast stundengenau am 24.12. 23:00 Uhr eintraf. Ganz seltsame Sache, die ich immer noch aufarbeite, um sie zu verstehen. Hier schrieb neulich schon, ich glaube Dirk, dass die völlig unerwartete Härte des Rückfalls wohl mit der äußerst geringen Dosis zusammenhing und dass Rückfälle unter BAC normalerweise sanfter verlaufen. Das ging natürlich nicht bei den Krümeln.
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