bin wieder da und alles steht auf anfang

Fuer eigene erfahrungs Berichte zu Baclofen und Alkohol

Re: bin wieder da und alles steht auf anfang

Beitragvon dphn » 19. Jan 2012, 21:23

heute war ein ganz guter tag, aber so gegen abend kommen wieder meine alten zweifel hoch.
mach ich alles richtig, mich von allen und jeden zurück ziehen, der mich irgendwie in ein trinkendes umfeld mitschleppen könnte?? man fühlt sich isoliert, da ich dieses auch nicht wirklich gewöhnt bin.


ich zieh mich auch heute noch zurück, wenn viel getrunken wird. Mache mir ganz ähnliche Gedanken wie du, tutti. Wir leben in einer trinkenden Gesellschaft. Falsch ist aber, wenn wir nur die Leute sehen, die Alk trinken. Es gibt auch andere, die keinen trinken. Nur das muss dir als süchtigem Mensch erst einmal auffallen. Das sind nicht alles trockene Alkis, es gibt auch einfach Personen, die einfach keinen Alk trinken wollen. Wenns bei mir triggert, sehe ich auch nur Stoff um mich rum und nix anderes. Das ist aber nur das süchtige Denken.

Ein Rückzug in die Isolation um trocken bleiben zu können kann auf Dauer nicht der richtige Weg sein. Als ich getrunken habe war ich in den letzten Jahren immer öfter allein. Die Sucht isoliert und das Trockenbleiben etwa auch? Ich hab da auch noch keine Lösung parat und hoffe einfach mal, dass das mit dem Bac anders wird.

LG
Dirk [hi_bye]
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Re: bin wieder da und alles steht auf anfang

Beitragvon argentina » 19. Jan 2012, 22:09

Hallo Tutti,

Was Dirk schreibt ist ein wichtiger Punkt zum nachdenken: Die Sucht führt in die Isolation und die Trockenheit auch? Wäre furchtbar wenn es so ist.

Vielleicht ist es ja nicht nötig das du dich in deinem Umfeld outest - würde ich auch nicht tun - aber vielleicht kannst du mal verlauten lassen, das du dir persönlich eine Trinkfreie Phase auferlegt hast, weil du das Gefühl hast zu viel zu trinken. Wer weiß ob du da nicht sogar zu Spruch auch von anderen bekommst ? Das andere, vor allem deine engen Freunde, vielleicht ähnlich denken?

Als ich früher in Europa gelebt habe, haben in meinem Umfeld auch alle viel getrunken, wenn ich heute noch dort leben würde, würde es mir auch sehr schwer fallen mit dem trinken aufzuhören, wahrscheinlich würde ich es mir sogar erst Recht schön reden weil es "alle" tun.

Dich zu isolieren ist natürlich nicht richtig, da wirst auf Dauer auch drunter leiden und dann aus Frust wieder trinken (habe ich auch schon gemacht). Ich habe auch selbst schon oft die Erfahrung gemacht, das nach einigen Tagen abstinenz wieder diese Zweifel aufkommen und sich die Fragen stellen: Bin ich WIRKLICH Alkoholikerin? Will ich WIRKLICH aufhören zu trinken? etc. Eine ganz wichtige Antwort hast du dir selber schon gegeben, denn du hast mit Bac angefangen, dann musstest du aufhören, bist auch logischerweise wieder in dein Trinkmuster verfallen und dann hast du aus eigener Initiative DOCH wieder aufgehört zu trinken!!!!! Ich glaube den meisten von uns ist genau das selbe passiert und das sogar mit Bac! Ich denke auch mittlerweile das man mit jedem Rückfall stärker wird, das jeder erneute Versuch abstinenz zu bleiben einem leichter fällt ( meine Erfahrung).

Ich will dir jetzt auch keine Flausen in den Kopf setzen, aber könntest du nicht ab und zu mal feiern gehen (1-2 mal pro Monat) und dich auch abschiessen? Unter der Bedingung das du nach spätestens ein paar Tagen wieder eine Abstinenzphase beginnst? Ist sehr riskant, vor allem weil du kein Bac zur Hilfe hast und das Risiko wieder in ein Trinkschema zu verfallen ist riesengroß.

Ansonsten einfach wie Dirk schon sagte, ganz bewusst mal auf Leute achten, die nicht so viel trinken und vielleicht eher dort Anschluss suchen?

Wünsche dir das es dir morgen besser geht!!!

Alles Liebe, Argentina
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Re: bin wieder da und alles steht auf anfang

Beitragvon tutti » 21. Jan 2012, 07:45

hallo ihr lieben,

gestern war zunächst ein guter tag, aber wie immer, gegen abend fing die grübelei und nachdenkerei wieder an und was habe ich gemacht???

naja ihr wist es warscheinlich, alkohol getrunken und was noch viel besseres, aufgeräumt in meinem privatleben. was aber ganz wichtig war, ich habe erst aufgeräumt und danach getrunken, denn mit alk im blut sind solche aktionen meist am nächsten tag vergessen. diesmal war es seit ewigen zeiten anders herum.

danach habe ich mich so richtig abgeschossen und nun sitze ich mit kopfweh vor dem pc.

habe mich gestern nun endgültig entschlossen, auch mit meinem alten leben abzuschliessen, sprich, ich habe gestern nochmal so richtig gesoffen (glaube 10 bier oder so [wacko] ), als abschluss sozusagen und werde nun einen ganz neuen weg gehen, ohne altlasten.
es ist gut so und irgendwie fühle ich mich richtig frei, ich bereue auch gar nicht die 10 bier von gestern, warscheinlich musste das so sein, um wirklich zu begreifen, das ich mit meinem "alten leben" nicht mehr weiter machen konnte. das hätte bedeutet, immer wieder saufen, weil die beziehungstechnischen probleme dadurch leichter zu ertragen sind, aber sie sind nicht weg. nun sind sie weg und das war für mich sinnbildlich, der letzte stein auf meinem weg, den es galt wegzuräumen, um an die kreuzung zu gelangen, an der ich einen neuen weg einschlagen kann.

liebe golden tulip, wie schriebst du immer so schön, "krone richten" und genau das mache ich jetzt.

na und, bin ich eben gestern wieder gestürzt, heute stehe ich auf und habe ein gutes gefühl das ich da weiter machen werde, wo ich vorgestern aufgehört habe, ein leben ohne alk.

in diesem sinne
lg tutti
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Re: bin wieder da und alles steht auf anfang

Beitragvon argentina » 21. Jan 2012, 16:50

Hi Tutti,

Ich habe nach irgendeinem Absturz meinerseits mal fast ident dasselbe geschrieben wie du jetzt!! Ich glaube manche Rückfälle müssen sein um einen Schritt weiter zu kommen ( Rockine hat in ihrem Tread gerade etwas ähnliches geschrieben). Freue mich auch zu hören das du mit deinem "alten Leben" aufgeräumt hast. Wichtig ist auch das du den Ausrutscher nicht ernst nimmt - du weißt wie ich das meine. Heute einfach weiter machen als wenn nichts geschehen sei! Es ist allerdings etwas geschehen, du bist einen Schritt weiter gekommen [smile] .

Wir hören uns,

Argentina

PS Bei mir auch alles im grünen Bereich!!!
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Re: bin wieder da und alles steht auf anfang

Beitragvon tutti » 23. Jan 2012, 17:06

hallo zusammen,

gestern war für mich ein schwerer tag.

ich war mit meiner tochter auf einen fasnachtsumzug.
daheim hatte ich mir fest vorgenommen, keinen alk zu trinken. es sind dann doch 3 glühwein geworden, aber der zumzug war so ewig lang und es war soooo kalt, naja und glühwein war gut gegen die kälte [blus].

es ist wohl so, dass ich einfach nicht raus darf, wenn ich genau weis, da wird alk getrunken. es bringt nichts, ich bin einfach noch zu instabil, um dann nein zu sagen.


naja heute gehts wieder komplett ohne weiter.

mache nachher noch sport und gehe früh ins bett.

bis bald
lg tutti
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Re: bin wieder da und alles steht auf anfang

Beitragvon argentina » 23. Jan 2012, 19:05

Ach Tutti,

Ich finde du machst das alles ganz toll!!!!!!! Dein Wille ist da und das ist das wichtigste!! Es geht halt alles nicht so von heute auf morgen und so ein Umzug ist dann ja auch sehr "einladend". Gut finde ich allerdings das du nach den 3 Glühwein NICHT weitergetrunken hast!!! Das ist doch schon mal ein großer Fortschritt!!!

Alles Liebe, Argentina
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Re: bin wieder da und alles steht auf anfang

Beitragvon zartbitter » 23. Jan 2012, 21:26

N'abend tutti!

Mit dem Aufhörenkönnen nach 3 Glühwein [clapping] Respekt!
Da muß ich argentina Recht geben, das ist eine fette Leistung.
Ich hätte das nicht hinbekommen. Wenns einmal läuft....finde ich erst ein Ende, wenn ich vor Müdigkeit nicht mehr kann.
Und dann heute direkt wieder Sport. Super!
Ähnlich agiere ich auch, wenns mal wieder [wacko] so weit war: sofort wieder aktiv werden und richtig heftig.
1. als Selbstbestrafung und um
2. zu merken, daß nach noch so schmerzhaftem Sport mit nachfolgend richtig heißer Sauna
sich das Leben viel besser und richtiger anfühlt, als nach saufen.

Nur leider vergaß ich das immer wieder recht schnell...
Aber was alleine zählt, ist, daß Du immer wieder aufstehst und es neu probierst. Nur DAS!

Eine ruhige Nacht für Dich und bleib dran!!
lg zartbitter
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Re: bin wieder da und alles steht auf anfang

Beitragvon argentina » 23. Jan 2012, 22:34

@ zartbitter,

Musste gerade etwas lächeln, meine Selbstbestrafung ist "Hausputzen"!!!!!!!! Wenn ich einen Wunsch frei hätte - ausser Alk frei sein - dann das ich eine Putzfrau hätte!!!!!!!!!!!! Sport finde ich hingegend sehr ausgleichend, obwohl ich ja eigentlich schon seit 2 Monaten mal wieder damit anfangen wollte und es nicht getan habe [smile] .

Lg Argentina
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Re: bin wieder da und alles steht auf anfang

Beitragvon dphn » 24. Jan 2012, 09:12

Liebe tutti, :)

ich hole dich aber dennoch mal ein wenig runter. Der Alk ist trügerisch, das weisst du. Auch wenn es gestern mit den 3 Glühwein mal funktioniert hat, heißt das nicht, dass es beim nächsten Mal wieder klappt. Ganz schnell ist wieder ein fetter Absturz dabei. Gerade sowas macht es uns ja auch so schwer, unsere Sucht einzusehen. Ich war ja auch nicht permanet 20 Jahre am Stück besoffen, weil dann wäre ich sicher tot.
Beobachte dich weiter hin, du bist ja dran und das finde ich auch gut. Es ist immer leichter, keinen Alk zu trinken, als mittendrin die Notbremse zu ziehen. Selbst wenn dir das vielleicht mal über 2 Wochen gelingt, macht es dich mürbe. Sei ehrlich zu dir selbst. Du trinkst den Alk, weil er wirkt und am liebsten willst du dich damit betrinken.

LG
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Re: bin wieder da und alles steht auf anfang

Beitragvon zartbitter » 24. Jan 2012, 11:17

@argentina

Jetzt mußte ICH lächeln....
Das mache ich als 1. Strafe und Selbsthilfe nach Rückfall.
Da ich sehr heftige Reaktionen habe, kann ich nicht unter Menschen - also Hausarbeit.
Erst 1 Tag danach klappt Sport, aber da muß ich mich sehr zu zwingen, weil ich mich
so sehr schäme. Natürlich sieht es keiner, aber ICH weiß es.

@tutti: Wie geht es Dir heute???
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