Hallo tutti und @all,
tja, dieses Phänomen, nach 1-2 Bier oder Wein aufzuhören - ich nenne es mal Entspannungsbier, denn es zielt wohl auch schon auf Wirkung ab, aber eben nicht darauf ....
...auf was?
Meiner Erfahrung nach zielt diese Art, was zu trinken nicht darauf ab, aus dem einen, realen Hier und Jetzt auszusteigen, Unangenehmes zu verdrängen, sich aus sich selbst "rauszubeamen". Mehr wie ein warmes Bad, etwas abschalten vom Alltagsstress.
Das gelingt mir dann, wenn ich in eher neutraler, ausgeglichener Stimmung bin, weder euphorisch noch frustriert. Und gegessen habe - wie gesagt, Hunger ist für mich Trigger Nr. 1 (aus schlechter Gewohnheit).
Das Anfangen und nicht mehr aufhören zu wollen/ zu können, das verfolgt doch eine andere Absicht. Es bestehen Gewohnheiten und - Leidensdruck, mal ganz pauschal gesagt. Man ist hier und fühlt sich soundso, möchte aber woanders sein und sich anders fühlen. Das ist dann nur 3-8 Bier entfernt. Kurzurlaub von sich selbst.
Ob das dann das "Suchtgedächtnis" genannt wird, ist zweitrangig. (Ich seh hier mal vom körperlichen Entzug bewusst ab und spreche "nur" über den psychischen und seelischen Bereich.)
Wichtiger ist, dass bei Abhängigkeit keine Alternativen mehr greifbar scheinen. Depressivität, Bequemlichkeit, Energiemangel, Perspektivlosigkeit und eine Scheixx-Egal-Haltung halten einen im Hamsterrad gefangen. Wenn dann noch persönlicher Stress und/oder Finanzsorgen dazukommen: gute Nacht, Marie.
Ich will damit sagen, um die "Aufräumarbeiten" kommt man so oder so nicht drumrum. Keine Therapie zu machen, wenn tiefer liegende Störungen da sind, wäre blöd. Kein Bac zu nehmen, um überhaupt mal wieder zu Atem zu kommen wäre dämlich. Sich nicht um sein körperliches Wohbefinden zu kümmern, wäre (an sich selbst) unterlassene Hilfeleistung. Sich mit Beziehungen rumzuplagen, die auch keinem "Nichtalki" gut tun würden entschärft sicher nicht die Lage.
Darum glaube ich, dass es notwendig ist, sich innen und außen parallel erstmal die besten Bedingungen zu schaffen, um überhaupt eine Chance zu haben, mit dem Alkohol fertigzuwerden. Allein dadurch, dass man sich um sich kümmert, kommt man schon aus der Opferhaltung raus.
Wenn man das Augenmerk bei "Alkoholabhängigkeit" mal auf "Abhängigkeit" richtet, ist der Alkohol vielleicht noch ein wichtiger Aspekt, aber kein Dämon mehr.
Liebe Grüße, Conny

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)...bis später Argentina
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