Bericht von Conrad

Fuer eigene erfahrungs Berichte zu Baclofen und Alkohol

Re: Bericht von Conrad

Beitragvon argentina » 18. Nov 2011, 23:23

Danke Lieber Conrad!!!

Das ist ein sehr schöner Bericht und ich freue mich aus vollem Herzen für dich! Ich denke auch nicht das du wieder Lust auf ALK bekommst wenn du Bac ganz absetzt. Du bist ein toller Kerl! Danke für all deine aufbauenden Worte die du hier im Forum geschrieben hast und ich wünsche dir alles Liebe und Gute für deine Zukunft!

Ganz liebe Grüße,
Argentina
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Re: Bericht von Conrad

Beitragvon conrad » 27. Nov 2011, 15:15

Hallo an Alle,

ja, jetzt ist es eine Woche her, seitdem ich nun überhaupt kein Bac mehr nehme. Es haben sich bei mir nach dem Absetzen keinerlei Symptome gezeigt. Kann nun also ganz normal trocken "weiterleben" wie vor meinem Rückfall.

Bemerkenswert für mich ist: Früher habe ich in meiner trockenen Zeit eigentlich fast jeden Tag an Alk gedacht. Nicht dass ich Lust auf Alk gehabt hätte, sondern einfach so nach dem Thema: Alkohol und ich. Kann´s jetzt nicht genauer beschreiben. Vielleicht wisst ihr, was ich meine. Und jetzt nach Bac überhaupt nicht, kein Gedanke daran.

So, nun wünsch ich euch Allen eine schöne Woche,

Conrad
Es ist nicht wichtig immer das zu tun was man will, sondern das zu wollen was man tut.
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Re: Bericht von Conrad

Beitragvon Margolotta » 27. Nov 2011, 18:52

Hallo Conrad,

schön, dass es so super bei Dir läuft.

Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute und eine rückfall/vorfallfreie Zeit. [good]

LG Margolotta
Vergiss das Vergangene, wende Dich dem Kommenden zu!
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Re: Bericht von Conrad

Beitragvon argentina » 29. Nov 2011, 01:39

Hallo Conrad,
Ich freue mich auch das es bei dir so gut läuft. Ich finde es auch sehr interessant zu hören das du nicht mehr an Alkohol denkst. Wahrscheinlich ist das auch das große Geheimnis was Bac an sich hat oder wie irgendjemand mal hier im Forum sagte das man das Gefühl bekommt das das Suchtzentrum im Gehirn zerstört wird.

Ich habe mich auch dazu entschieden wieder hoch zu dosieren und werde dies auch ziemlich schnell tun und versuchen lange trocken zu bleiben. Mal gucken ob das irgendwie geht....nehme dich als privates Beispiel [smile] .

Ansonsten viel Glück weiterhin!

Lg, Argentina
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Re: Bericht von Conrad

Beitragvon conrad » 30. Nov 2011, 22:09

Hallo an Alle,

hoffe es geht euch soweit gut.
Ich bereite gerade die nächste Gruppenstunde vor (Selbsthilfegruppe)

Was würdet ihr antworten auf die Frage: "Was bedeutet dir Alkohol ?"

Habe dazu folgendes gefunden:

Der Schriftsteller Jules Verne meint:
Für die Dichter ist die Perle eine Träne aus dem Meer,
für den Orientalen ein erstarrter Tautropfen,
für die Damen ist sie ein Schmuck,
den sie an Finger, Hals oder Ohr tragen.
Für den Chemiker jedoch ist sie ein Gemisch
 aus Phosphat und Kalziumkarbonat mit etwas Gelatine.
Und für den Biologen ist sie einfach eine krankhafte
 Sekretion des Organs, das in gewissen zweischaligen
 Muscheln Perlmutt produziert.

Ganz liebe Grüße an Euch Alle

Conrad
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Re: Bericht von Conrad

Beitragvon argentina » 1. Dez 2011, 16:33

Hallo Conrad,
Das ist eine sehr interessante Frage die du da so stellst und spontan fällt mir auch prompt dazu ein das Alkohol mein " Entspannungsmittel" am Abend ist. Wenn ich allerdings näher auf die Frage eingehe, werden mir sicher noch andere Dinge einfallen, die viel wichtiger sind und an die Antwort werde ich mich heute Abend machen, jetzt habe ich keine Zeit.

Wäre auch spannend zu hören was der eine oder andere in deiner SHG dazu gesagt hat.

Melde mich später noch mal,

Argentina
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Re: Bericht von Conrad

Beitragvon argentina » 2. Dez 2011, 02:21

Hallo Conrad und alle anderen,

Also ich werde mal versuchen deine Frage zu beantworten, die sich beim ersten Anblick so einfach anhört aber ich nun doch eine Zeitlang am grübeln war ( und es immer noch bin) um eine Antwort zu finden. Komplizierter wird es auch noch wenn man feststellen muss das einem Alkohol IMMER NOCH viel BEDEUTED!!! Schluck... und diese Erkenntnis nach nun fast 6 Monaten Baclofen, Rückfällen, wieder „aufstehen“, wieder von vorne anfangen, weiter kämpfen, hoch dosieren, runter dosieren und etc. ist doch etwas erschreckend für mich.

Ich stelle immer wieder fest das ich sehr zwiegespalten bin was Alkohol angeht, so als wenn 2 Personen in mir leben würden. Die eine sagt : Alkohol ist toll, der entspannt mich, er ist mein Freund, mein Kumpel, der mit mir lacht, der mich trösted, der mich vergessen lässt wenn ich traurig bin, der mich „runter kommen lässt“ wenn ich Streß habe, der mit mir feiert wenn ich was zum Feiern habe, der sich aufrichtig mit mir über meine Glücksmomente freut und es sogar schafft dieses Glücksgefühl noch zu verstärken! Er ist auch da wenn ich alleine bin, manchmal trösted er mich, manchmal allerdings bringt er mich auch auf sehr blöde Ideen, für die ich ihm dann am nächsten Tag böse bin. Manchmal schafft er es sogar das ich mich am nächsten Tag noch nicht einmal mehr an den Blödsinn erinner denn ich gemacht habe....dann kommt das zweite ICH in mir zur rede, das mich tadelt das ich aufhören muss mit dieser „Freundschaft“, das sie mich krank machen könnte, kann und es TUN WIRD! Dann bekomme ich Angst, große Angst, fühle mich wie gelähmt, wünsche mir das man alle Winzerein,Bräuerein, etc. auf dieser Welt schließt, so das man „einfach“ keinen Alkohol mehr kaufen kann, aber das wäre zu egoistisch von mir, den es gibt ja auch Menschen die nicht so eine enge Freundschaft wie ich mit dem Alkohol geschlossen haben und manchmal frage ich mich sogar WARUM die anderen es nicht getan haben, wer den dann stattdessen „ihr bester Freund“ ist ? Und ich frage mich WIESO ICH mich auf diese Freundschaft hab einlassen müssen? Dazu fällt mir auch ein das man „Sandkisten Freundschaften“ hatte, die „beste Freundin“ im Kindergarten, die „beste Freundin“ in der Grundschule, usw. Eine meiner „besten“ Freundinnen hatte ich in der Grundschulzeit und wir waren Winnetou Fans, so das wir uns die Handgelenke aufgeschlitzt haben ( zum entsetzen unserer Eltern), aber wir wollten Blutsbrüder sein! Unsere Lebenswandel führten dann dazu das wir uns komplett aus den Augen verloren haben....Adiue mon amie.

Was ich damit sagen möchte ist: Ich habe eine Handvolle wirklich toller Freunde/ innen gehabt und ok, es mag sein das ich sie immer noch hätte wenn ich nicht so ein Weltenbummler wäre. Mit den Jahren schwindet der Kontakt und auch wenn er heute noch vorhanden ist ( Dank Facebook, in meinem Fall genial um meine Freunde in der ganzen Welt wiederzufinden), so ist der persönliche Kontakt nicht mehr da. Anders beim Alkohol, der ist überall auf der Welt zu finden und er ist immer gleichsam „nett und böse“ zu gleich.

So jetzt habe ich meine Gedanken und Gefühle niedergeschrieben, aber was mir Alkohol nun eigentlich bedeuted weiß ich immer noch nicht! Ich wünschte ich könnte sagen das er mir nichts bedeuted und ich wünsche mir das ich eines Tages auch sagen kann DAS er mir nichts mehr bedeuted, aber ich glaube bis dahin ist es noch ein langer Weg, mit vielen Steinen die sich mir in den Weg stellen. Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf das irgendwann der Engel und nicht der Teufel in mir siegen wird. Ich denke auch das ich auch auf dem richtigen Weg bin, das halt bei vielen das „trocken“ werden schneller geht und bei mir halt nicht, aber der erste Schritt ist vollführt!

Ich hoffe ich kann zu der selben Frage in weiteren 6 Monaten etwas positiveres berichten.

Würde mich auch über andere Stellungnahmen freuen,

Lg, Argentina.
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Re: Bericht von Conrad

Beitragvon conrad » 22. Dez 2011, 23:51

Hallo an Alle,
nunmehr seit gut 1/2 Jahr ohne Alk und seit einigen Wochen auch ohne Bac. Es funktioniert wunderbar und ich vermisse nichts.
Hatte ein ganz schlimmes Erlebnis, dass mich wieder ganz nah an mein Problem Alkohol ´rangeführt hat. Vor 2 Wochen ist unser Nachbarsjunge ausgetickt, wegen irgendeinem Quatsch- pubertär eben - wie meine Tochter und mein Sohn auch (daher kenne ich dieses Verhalten) ausgetickt, nachts nach 22 Uhr raus, und 1 Stunde später hat man ihn tot auf der Bundesstraße hier bei uns gefunden. Man konnte ihm nicht mehr helfen. Die genauen Umstände sind unklar geblieben. man vermutet von der Brücke gesprungen, die über die Bundesstraße führt., und dann von mind. 1 Auto erfasst worden. Wir kennen die Eltern sehr gut, den Jungen kannten wir natürlich auch sehr gut, mit unseren Kindern aufgewachsen. Also es war furchtbar und man konnte das Geschehene überhaupt nicht begreifen. Ja und das sind natürlich Emotionen, die mich ruckzuck wieder zum Alk bringen, wenn ich nicht auf mich aufpasse. Ich hab zwar nicht getrunken, habe dann aber auch für mich beschlossen, gerade aus dem Grund eben nicht auf die Beerdigung zu gehen-hier habe ich mich dann einfach schützen müssen, so doof sich das anhört.

So aber nun wünsche ich euch allen ein schönes Weihnachtsfest, lasst es euch gutgehen. Wir hören wieder voneinander,

bis bald
Conrad
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Re: Bericht von Conrad

Beitragvon GoldenTulip » 23. Dez 2011, 02:36

Lieber Conrad,
es ist schön von Dir zu hören. Ein halbes Jahr nüchtern - und gerade weil der Anlass mit dem Nachbarskind so traurig ist bin ich froh dass Du Dich noch einmal gemeldet hast. Das Forum ist nicht nur dafür da, Rückfälle und Erfolge zu teilen, sondern auch einfach so, nur zu schreiben, zuzuhören und zu wissen dass da irgendwo im Universum jemand anwesend ist, dem nicht egal ist, wie es Dir geht. An Weihnachten ist bisschen Kitsch erlaubt, nicht wahr.
Meine Mutter ist vor 28 Jahren am 23. Dezember mit 37 Jahren gestorben, da war ich 17 Jahre alt. Meiner besten Freundin ist ihr Kind gestorben, von einem Spind erschlagen, der nicht richtig befestigt war.
Ich will damit sagen, wir haben nicht mehr als dieses eine Leben, das größte Geschenk, das Du Deiner Familie machen kannst, ist, präsent zu bleiben.
Vom Trinken wird der Nachbarsjunge nicht wieder lebendig, am nächsten Tag bleibt alles wie es ist, nur du bist zusätzlich verkatert, also mehr ein Anlass zu sagen: jetzt erst Recht nicht.

Ich wünsche Dir erholsame Feiertage, Du kannst sehr stolz auf Dich sein

Ganz liebe Grüße
Conny
---Wenn du nichts tun kannst, tu was du tun kannst---

Wir haben kein anderes Mittel, die Welt zu ändern, als durch unser Bewusstsein.
Lama Anagarika Govinda - Buddhistischer Gelehrter
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Re: Bericht von Conrad

Beitragvon Margolotta » 23. Dez 2011, 08:19

Hallo Conrad,

schön wieder von Dir zu lesen, auch wenn es aus einem sehr traurigen Anlass ist.

Derartig emotionale Gegebenheiten verleiten einen leider sehr leicht dazu sich zu betäuben. Es freut mich zu lesen, dass Du widerstanden und gut auf Dich aufgepasst hast. Ich kann mich Conny nur anschließen: Es hätte auch nichts geändert, außer dass Du vermutlich noch zusätzlich einen dicken Kopf gehabt hättest.
Insofern halte ich Deine Entscheidung nicht zu der Beerdigung zu gehen für gut und richtig.

Ich wünsche Dir auch ein schönes Weihnachtsfest und sollten wir uns nicht mehr lesen, einen guten Rutsch ins neue Jahr.

LG Margolotta
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