von argentina » 2. Dez 2011, 02:21
Hallo Conrad und alle anderen,
Also ich werde mal versuchen deine Frage zu beantworten, die sich beim ersten Anblick so einfach anhört aber ich nun doch eine Zeitlang am grübeln war ( und es immer noch bin) um eine Antwort zu finden. Komplizierter wird es auch noch wenn man feststellen muss das einem Alkohol IMMER NOCH viel BEDEUTED!!! Schluck... und diese Erkenntnis nach nun fast 6 Monaten Baclofen, Rückfällen, wieder „aufstehen“, wieder von vorne anfangen, weiter kämpfen, hoch dosieren, runter dosieren und etc. ist doch etwas erschreckend für mich.
Ich stelle immer wieder fest das ich sehr zwiegespalten bin was Alkohol angeht, so als wenn 2 Personen in mir leben würden. Die eine sagt : Alkohol ist toll, der entspannt mich, er ist mein Freund, mein Kumpel, der mit mir lacht, der mich trösted, der mich vergessen lässt wenn ich traurig bin, der mich „runter kommen lässt“ wenn ich Streß habe, der mit mir feiert wenn ich was zum Feiern habe, der sich aufrichtig mit mir über meine Glücksmomente freut und es sogar schafft dieses Glücksgefühl noch zu verstärken! Er ist auch da wenn ich alleine bin, manchmal trösted er mich, manchmal allerdings bringt er mich auch auf sehr blöde Ideen, für die ich ihm dann am nächsten Tag böse bin. Manchmal schafft er es sogar das ich mich am nächsten Tag noch nicht einmal mehr an den Blödsinn erinner denn ich gemacht habe....dann kommt das zweite ICH in mir zur rede, das mich tadelt das ich aufhören muss mit dieser „Freundschaft“, das sie mich krank machen könnte, kann und es TUN WIRD! Dann bekomme ich Angst, große Angst, fühle mich wie gelähmt, wünsche mir das man alle Winzerein,Bräuerein, etc. auf dieser Welt schließt, so das man „einfach“ keinen Alkohol mehr kaufen kann, aber das wäre zu egoistisch von mir, den es gibt ja auch Menschen die nicht so eine enge Freundschaft wie ich mit dem Alkohol geschlossen haben und manchmal frage ich mich sogar WARUM die anderen es nicht getan haben, wer den dann stattdessen „ihr bester Freund“ ist ? Und ich frage mich WIESO ICH mich auf diese Freundschaft hab einlassen müssen? Dazu fällt mir auch ein das man „Sandkisten Freundschaften“ hatte, die „beste Freundin“ im Kindergarten, die „beste Freundin“ in der Grundschule, usw. Eine meiner „besten“ Freundinnen hatte ich in der Grundschulzeit und wir waren Winnetou Fans, so das wir uns die Handgelenke aufgeschlitzt haben ( zum entsetzen unserer Eltern), aber wir wollten Blutsbrüder sein! Unsere Lebenswandel führten dann dazu das wir uns komplett aus den Augen verloren haben....Adiue mon amie.
Was ich damit sagen möchte ist: Ich habe eine Handvolle wirklich toller Freunde/ innen gehabt und ok, es mag sein das ich sie immer noch hätte wenn ich nicht so ein Weltenbummler wäre. Mit den Jahren schwindet der Kontakt und auch wenn er heute noch vorhanden ist ( Dank Facebook, in meinem Fall genial um meine Freunde in der ganzen Welt wiederzufinden), so ist der persönliche Kontakt nicht mehr da. Anders beim Alkohol, der ist überall auf der Welt zu finden und er ist immer gleichsam „nett und böse“ zu gleich.
So jetzt habe ich meine Gedanken und Gefühle niedergeschrieben, aber was mir Alkohol nun eigentlich bedeuted weiß ich immer noch nicht! Ich wünschte ich könnte sagen das er mir nichts bedeuted und ich wünsche mir das ich eines Tages auch sagen kann DAS er mir nichts mehr bedeuted, aber ich glaube bis dahin ist es noch ein langer Weg, mit vielen Steinen die sich mir in den Weg stellen. Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf das irgendwann der Engel und nicht der Teufel in mir siegen wird. Ich denke auch das ich auch auf dem richtigen Weg bin, das halt bei vielen das „trocken“ werden schneller geht und bei mir halt nicht, aber der erste Schritt ist vollführt!
Ich hoffe ich kann zu der selben Frage in weiteren 6 Monaten etwas positiveres berichten.
Würde mich auch über andere Stellungnahmen freuen,
Lg, Argentina.