Baclofen Tagebuch von fets

Fuer eigene erfahrungs Berichte zu Baclofen und Alkohol

Re: Baclofen Tagebuch von fets

Beitragvon dphn » 24. Jan 2012, 09:25

jo fets. Du beschreibst ganz exakt wie die Sucht ist und in dir arbeitet. Finde deine Berichte auch gut und danke auch für die Aktualisierung deines Eingangspost.

Im Grunde genommen sind die sozialen Kontakte während deines letzten Absturzes am Freitag aber nur nichtssagendes Beiwerk, ich denke, dass weisst du. Ich stelle das mal so um, wie ich es von mir kenne. Ich wollte nur ganz brav und anständig mir ein Fläschchen Wein trinken. Hatte ein wenig SD, aber nicht so arg, entzügig war ich auch nicht sonderlich. Ich trank und während ich trank wuchs die Gier nach immer mehr. Die Gedanken kreisten nur um den Stoff. Ich wollte eigentlich noch abends fernsehen, aber mir war alles egal. Ich trank die Weinpulle, danach 6 Halbe und dann rannte ich zur Tanke und holte mir noch so ne Liter Faxe Pulle und Jägermeister und weg war ich. Versteck dich nicht hinter dem Umfeld, was auch trinkt. Trinken willst immer du und ob du es alleine machst oder andere dabei sind. Es läuft immer so ab, wie deine Suchtbirne es gerade so will.

LG
Dirk
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Re: Baclofen Tagebuch von fets

Beitragvon fetsecht » 25. Jan 2012, 06:00

Dirk, yep ich weiss, wollte es nur noch mal erwaehnen, weil, wie die flasche rose auf dem tisch stand, sie mir wirklich in die augen sprang. *pop*


gestern wars schon besser mit dem affen.
60mg gerade und abends wieder das augenknipsen.

gruss in den tag
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Re: Baclofen Tagebuch von fets

Beitragvon fetsecht » 27. Jan 2012, 05:18

guten morgen!

also wie man sieht, bin ich nun bei 100mg.
verteile 20mg ueber den tag, versuche mehr morgens zu nehmen, als abends.
hatte damit ja bessere erfahrung.

zusatnd, na etwas gleichgueltig wieder. muedigkeit haelt sich noch in grenzen.
abends ist der gedanke noch da, an alkohol, rauche deswegen auch einen joint abends.
naegelkauen, hat sich wohl gestern gelegt...muss sehen, ob wirklich schluss ist.


hatte wieder eine diskussion mit meiner frau. aber ich denke, das liegt nun nicht an mir.
weil sie mir laufend vorwuerfe macht, wegen dingen die ich absolut nicht verstehe, wie man da sich aufregen kann.
es sind halt gerade diee kleinigkeiten, ob es das ist oder dieses, irgendwie springe ich auf glas.
im grunde ist es egal was ich mache, irgend etwas ist verkehrt.

halte nun aber ruhe und muss nicht das letzte wort haben.

bemerkenswert fand ich, vorgestern, rief sie mich an. sie war im supermarkt, wo sie ein bier fand, was ich im urlaub so mochte. wir suchten es nach dem urlaub, oder besser ich suchte es, fand es nirgends.
aber vorgestern, fand sie es und rief mmich an, um zu fragen ob sie es kaufen sollte.

hm, erst war das problem, das ich ein trunkenbold bin und sie erwartet das ich aufhoere zu trinken.
was ich ja nun auch tue und ssie fragt an, ob sie das bier kaufen soll.
das macht mir keinen sinn, verstehe da die logic nicht.
ich sagte ihr, mommentan bitte nicht =)

tja, mommentan ein richtiger eiertanz mit meiner frau.
und gestern, hatte sie wieder ein problem mit mir und ich fragte sie, was sie denn tue, um ihr problem zu loesen.
denn sie erzaehlte mir vor 1 monat, das sie glaubt, das ihre kindheit mommentan zu tage kommt, wo ihre eltern sich scheiden liesen. und sie deshalb manchmal so "penibel" ist.

na ich bekam keine antwort, sagte ihr aber, ich hoere auf zu trinken und ich wuerde mich freuen, wenn sie an ihrem problem arbeitet.
denn ich glaube fast, das was mommentan, von ihr kommt, ist wirklich von ihrer kindheit und nicht wirklich ich das problem bin.

das sie bier kaufen wollte, glaube ich fast, das dies als entschuldigung zu sehen ist.
und sie nicht wirklich hofft, das ich aufhoere zu trinken, da ich dann viel geloester bin.
nur was ihr auf die lampe geht, sind halt so abende, wie mit der flasche rose, wo ich kein ende sehe.
das nervt sie und ich glaube fast, das sie im geheimen denkt, das ich den punkt unter kontrolle bekomme, denn sonst bin ich fein.

tja, schwierig gerade oder besser gesagt, anstrengend.

gruss
fets
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Re: Baclofen Tagebuch von fets

Beitragvon dphn » 27. Jan 2012, 08:55

Hi fets,

hmhh, deiner Frau ist es wohl überhaupt nicht klar, was Abhängigkeit bedeutet. Das ganze ist kein Spiel, sondern bitterer Ernst. Da bin ich doch froh, dass meine Eltern verstanden haben, das Trinken bei mir ein No-Go ist und ihnen ist auch bewusst, das mich der Alk kaputt macht und mir im übrigen auch. Die Zeiten, wo ich mir Gedanken darum gemacht habe, welches Bier nun besser schmeckt sind einfach vorbei. Ich denke, das solltest du ihr plausibel machen, sofern du auch für dich entschieden hast, aufzuhören.

Im übrigen habe ich bei mir festgestellt, dass ich vielen Dingen deutlich gelassener gegenüberstehe durch länger anhaltende Trockenheit. Ich hab mich auch über jede Kleinigkeit aufgeregt und wenn ich in manchen Situationen SD bekomme, kommt das auch wieder, sonst aber nicht. So im Berufsleben bin ich inzwischen sogar ziemlich cool und ausgeglichen.

LG
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Re: Baclofen Tagebuch von fets

Beitragvon argentina » 27. Jan 2012, 13:04

Hi Fets,

Musste gerade etwas schmunzeln. Diese „unlogischen“ Diskussionen kenne ich ja nun auch zu gut. Einen Abend gibt es Streit mit meinem Freund das ich trinke und am nächsten Tag fragt er ob er mir Wein aus dem Supermarkt mitbringen soll. Ich habe dann auch ein ? im Gesicht und verstehe die Welt nicht mehr. Ich habe mir auch des öfteren anhören müssen das ich nicht so „lustig“ bin wenn ich nicht trinke.... [shok]

Kann da also sehr mit dir mitfühlen. Habe aber ähnliche Aussagen schon von anderen gehört bzw. von dessen Partner, also scheint das kein Einzelphänomen zu sein.

Lg, Argentina

PS: Komme auch besser damit klar wenn ich schon morgens Bac nehme.
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Re: Baclofen Tagebuch von fets

Beitragvon fetsecht » 28. Jan 2012, 10:25

boah, gestern war nicht einfach, hatte gegen 15 uhr bilder vor mir (im geiste), von einem kuehlschrank mit glastuer, mit eiskaltem bier drin. die sucht war heftig, habe ich ja sonst nie um die uhrzeit.
aber das war heftig, der druck hielt recht lange an, bis 19uhr, wo ich dann wieder einen joint rauchte und der affe wegging.
sonst haette ich das gestern nicht gebacken bekommen.
und das bei 120mg...
aber es ging gut *freu*
biss aber auch heftig die fingernaegel, also dort auch noch keine entwarnung.


dphn hat geschrieben:Hi fets,

hmhh, deiner Frau ist es wohl überhaupt nicht klar, was Abhängigkeit bedeutet.


ja sie weiss es nicht wirklich, da ich immer die sache "gemanaged" habe, somit ich nie auf dem boden lag.
kam ja bis jetzt immer raus, ohne groessere schaeden.
darum glaubt sie auch weiterhin, das ist nicht sooo ernst, fets macht das wie immer, er regelt das =)

argentina hat geschrieben:Hi Fets,

Musste gerade etwas schmunzeln. Diese „unlogischen“ Diskussionen kenne ich ja nun auch zu gut. Einen Abend gibt es Streit mit meinem Freund das ich trinke und am nächsten Tag fragt er ob er mir Wein aus dem Supermarkt mitbringen soll. Ich habe dann auch ein ? im Gesicht und verstehe die Welt nicht mehr. Ich habe mir auch des öfteren anhören müssen das ich nicht so „lustig“ bin wenn ich nicht trinke.... [shok]


wie bei dphn gesagt, sie wissen nicht wirklich, das wir kontroll verlust haben, weil wir liegen ja nicht auf der strasse rum, denn das ist der typische alki fuer sie *schaetz*
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Re: Baclofen Tagebuch von fets

Beitragvon fetsecht » 29. Jan 2012, 05:43

boah, das war ne nacht =)
hatte mich gestern hochkatapultiert auf 180mg.
da ich dachte, mit 120mg war ich fine und habe das wochende und somit koennte ich die 180mg, besser mit "umgehen".
da heute ja auch zuhause und somit, falls es heftig wird, es besser ausschlafen koennte.

naja, 180mg sind 180mg und die waren noch nie richtig einfach.
war recht zugebombt gestern(bins noch), als ob man auf einer wolke laeuft.
das atmen faellt wieder schwerer und in der nacht keine ruhe gefunden, richtig rumgeoelt, eigendlich wie bei den zwei versuchen vorher auch. blaehungen waren auch wieder da. aber keine glasklaren traeume wie oefters vorher, na vielleicht kommen die noch, da ich so schnell hochgegangen bin. naegelkauen kann ich noch nicht sagen, glaube gestern geknibbelt zu haben.

der plan ist nun, so aehnlich wie beim zweiten versuch baclofen "runterzufahren", also etwas langsamer runter zu kommen. denn danach war ich viel stabiler sauber. aber das entscheide ich, wie ich mich fuehle, muss ja morgen arbeiten gehen und kann da nicht in der ecke haengen. wir werden sehen...

gruss in den sonntag
fets
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Re: Baclofen Tagebuch von fets

Beitragvon Margolotta » 29. Jan 2012, 13:25

Hallo fets,

direkt um 60 mg erhöhen halte ich für keine gute Idee. Du hast es ja selber festgestellt.
Versuche langsam -vielleicht in 10 mg-Schritten- hochzugehen. Viel hilft nicht immer viel.

LG Margolotta
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Re: Baclofen Tagebuch von fets

Beitragvon fetsecht » 30. Jan 2012, 05:48

Hallo,
also wieder 180mg, besser geschlafen (weil wohl tot muede von der nacht zuvor).
immer noch eingepackt in watte (gefuehlsmaessig), auch eine gewisse antriebslosigkeit.
wieder keine "glasklaren" traeume.
atmung noch schwer, mit selten zum luft holen, schnarrgeraeuche :) (war vorher auch so)
kaue weiterhin die naegel.
rauche wie ein schlot.
short memory, leidet, aber nicht so heftig wie vorher, bis jetzt.
cafe wird literweise getrunken.
morgens beim aufwachen, das gefuehl das ein sack zement auf einem liegt.
bluthochdruck koennte sein, weil ich schnell ne rote "bombe" bekomme, bei jeglicher anstrengung, habe es aber nicht gemessen.

aber sonst nicht schlecht, der saufdruck ist auf jedenfall vermindert, als die tage zuvor. wuerde aber sagen, es ist noch nicht der "schalter". da immer noch kurz der gedanke an alk da war und das ist es nicht mehr wenn man den "schalter" gefunden hat.


Margolotta, sicherlich, vorher hatte ich aber auch spruenge von 50mg, aber erfahren muss man es erst, denn somit weiss ich was besser ist, falls es wieder nach hinten los geht. aber ich vertrage baclofen nun mit 180mg besser gerade. *find* nur der schalter war vorher bei 180mg getroffen, das ist gerade nicht so und der gedanke an alk, springt selten, aber es sprint noch ab und an in die gedanken und die naegel beisse ich noch immer, gerade nach dem vorfall gestern. (siehe "was ist eine panik attacke?")

ich habe mal ne frage an euch.
was versteht ihr unter panik attacken, wenn ihr darueber erzaehlt?

gestern, hatte ich eine situation und die habe ich selten, aber sie kommt bei gewissen personen vor. wie soll ich es erlaeren.
wir haben einen nachbarn, der ist auch alkoholiker, aber noch praktizierender *frechsag*. (waere aber auch egal was er ist)
problem ist bei ihm, er wird agressiv und provozierend.
die sache ist, wenn ich den schon nur sehe! rennt mir die "pumpe", ich werde nervoes und unsicher und bekomme das nicht unter kontrolle. sind das panik attacken? *dummfrag*

gruesse in diee neue woche
fets
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Re: Baclofen Tagebuch von fets

Beitragvon dphn » 30. Jan 2012, 08:36

Hi fets,

ne, dass sind noch keine Panikattacken, vielleicht eine "Vorstufe". Ich hatte richtig heftige in den letzten Saufwochen. Du spürst heftiges Herzrasen, zitterst wie bekloppt und das steigert sich, dass du glaubst, du kriegst jeden Moment einen Herzinfarkt. Wahnsinnig heftige körperliche Reaktionen. Ich glaubte sogar an meinen letzten Tag. Ein anderes Mal dachte ich, dass ich wohl nie mehr alleine wohnen kann, einkaufen kann, geschweige denn mit dem Auto fahren kann. Heftige Ängste gepaart mit Versagensdruck und Entzugserscheinungen. Mir half damals nur Tavor davon wieder runterzukommen. Und genau diese Dinge sind der Grund, warum ich auch ohne Bac bislang trocken blieb. Ich will das NIE wieder haben, das Problem ist nur, dass mein Gehirn das Erlebte nie wieder vergisst und von daher können immer mal leichte Symptome kommen. Ich darf mich da auf keinen Fall reinsteigern.

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