Bac-Tagebuch von unbewohnt

Fuer eigene erfahrungs Berichte zu Baclofen und Alkohol

Bac-Tagebuch von unbewohnt

Beitragvon unbewohnt » 14. Mai 2010, 08:13

Ihr Lieben, für mich, für Euch, zur Erinnerung, zur Mahnung, zur eigenen Kontrolle, für was auch immer... – nun auch meine Erfahrungen mit Baclofen hier zum Nachlesen.


11.05.2010

Bac/mg: 5 (um 19:00 Uhr)
Alkohol: 0
Nebenwirkungen: Irgendwie benebelter Zustand, aber erst nach ca. 1 Stunde. Bis dahin war ich fast enttäuscht, dass nix passierte. Um 22:00 Uhr schlagartig hundemüde und ins Bett. 3:00 Uhr hellwach (ungewöhnlich), aber liegen geblieben und wieder eingeschlafen.

12.05.2010

Bac/mg: 5/5/5 + 5 (früh, mittags, abends)
Alkohol: 0
Nebenwirkungen: Über den Tag total euphorisch. Fühle mich, wie leicht angetrunken. In der Außenwirkung wie eine frisch Verliebte, irgendwie strahlend (hab's an der Reaktion der Leute gemerkt). Spreche heute sehr viel und zu schnell. Verspreche mich häufig und bin andauernd am Lächeln. Unkonzentriert in der Arbeit. Abends putzmunter. Kumpel war auf ein Bierchen da, konnte ihm beim Trinken entspannt zuschauen, habe aber gegen 22:00 Uhr noch einmal zusätzlich 5 mg nachlegen müssen. Traumloser, ganz tiefer Schlaf über 9 Stunden.

13.05.2010 (Herrentag)

Bac/mg: 5/5/5 + 5 (früh/mittags/abends)
Alkohol: 0
Nebenwirkungen: Müdigkeit und rote/wässrige Augen (sieht aus wie versoffen). So euphorisch, wie ich gestern war, so träge bin ich heute. Rückenschmerzen über dem Steiß (meine berühmte „dünne Stelle“, schmerzt oft bei langem Sitzen oder Stehen). Musste wieder 5 mg zusätzlich nachwerfen, habe das Gefühl, die Dosis reicht nicht mehr. Ich denke wieder an Alkohol, sogar schon am Tage (sonst immer erst abends). Vielleicht, weil ich mich gedanklich jetzt so viel damit beschäftige? Traumloser, ganz tiefer Schlaf, wieder über 9 Stunden.
Zuletzt geändert von unbewohnt am 14. Mai 2010, 21:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bac-Tagebuch von unbewohnt

Beitragvon fets » 14. Mai 2010, 18:32

danke dir!
das hilft weiter, wenn man seine eigene erfahrungen niederschreibt [good]
euphorisch war ich nie mit bac, craving und mrbaclo sprachen davon. bin eher mehr abgestumpft. [blus]
wie leicht angetrunken das hatte ich am anfang, gaanz am anfang, das geht wohl weg *schaetz*

es ist gut das du es einschleichst, nicht zu flott...wuerde auch noch keine extra dosis nehmen, nur wenn du den punkt gefunden hast, da dir alkohol egal ist...aber den punkt musst du erst finden...denke aber du findest ihn schneller, wenn du sauber bleibst. da bin ich mir sehr sicher. da bac nicht vom trinken abhaelt, wenn du am trinken bist. *meindenken*

weiter so [clapping]
Meine Baclofen gegen Alkohol Statistik http://www.baclofen-forum.com/stats/fets/
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Re: Bac-Tagebuch von unbewohnt

Beitragvon unbewohnt » 14. Mai 2010, 22:00

Du musst mir nicht danken. Ich mache es ja für mich und lasse Euch gerne mitlesen. [smile]

Ich bin jetzt grad ein wenig verwirrt wegen Deiner Ansage. Sicher schleiche es das Bac langsam ein, aber ich war der Meinung, wenn ich den Druck bekomme, muss ich noch was nachlegen. Ich habe das Empfinden, dass ich dann wieder ruhiger werde. Der Druck nimmt seit gestern zu. Gar nicht mal zu Hause, da ist eh nix da, außer das "unantastbare" Bier vom Kumpel. Aber heute war ich den ganzen Tag unterwegs in Berlin und meine Gedanke gehen immer wieder in Richtung Alkohol, schon am Tage und immer öfter. Es ist nicht mal so, dass ich den Kick suche, aber ich vermisse den Geschmack von Wein. Schon allein, wenn ich jetzt wieder darüber nachdenke...
Morgen muss ich auch wieder nach Berlin rein. Wir arbeiten da an einem Großprojekt (mein Freizeithobby). Es wurde heute schon angekündigt, dass es Bier geben wird, wenn wir morgen fertig werden (und wir werden fertig). Erwartungsvoll kamen gleich die Blicke, ob ich wohl von dieser Idee begeistert bin (früher war ich immer die Erste, die leuchtende Augen hatte, weil man mit mir ja immer gut einen zwieseln konnte). Ich hab's gleich abgewehrt und erklärt, dass ich Tabletten nehme und nicht trinken kann. Das war okay. Jetzt soll ich mir ein Alkoholfreies von unterwegs mitbringen. Na, das werde ich aber mal ganz aus Versehen vergessen. Hmmm..., irgendwie blöd, aber so ist es halt. Wer das Eine will, muss das Andere mögen.
Ganz schlimm wird es am Pfingstsonntag, da startet das Großprojekt und da wird richtig abgefeiert mit 200 Leuten und Caipi ohne Ende. Ich kann die Fete als Aktive beim Projekt auch nicht umgehen, bin vielmehr zwangsläufig mittendrin und komme aus der Nummer auch nicht raus. Dazu muss ich mir noch Gedanken machen und grusel mich jetzt schon davor.

Nehmt Ihr das Bac immer genau zur gleichen Tageszeit ein? Ich habe da heute ein wenig geschlumpert und es schon mal zwei Stunden zu spät eingeworfen (hatte es ganz vergessen [mocking] ). Vielleicht kreisen meine Gedanken deshalb schon wieder?

[hi_bye] Ute
Zuletzt geändert von unbewohnt am 15. Mai 2010, 11:16, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Bac-Tagebuch von unbewohnt

Beitragvon unbewohnt » 15. Mai 2010, 07:47

14.05.2010

Bac/mg: 10/10/10 (früh/mittags/abends)
Alkohol: 0
Nebenwirkungen: Immer noch ziemliche Müdigkeit am Tage, wieder die roten, glasigen Augen und auch weiterhin Rückenschmerzen. Zum Abend hin aber etwas aufgedrehter. Konnte ewig nicht einschlafen. Im Bett eine zeitlang ein leises Pfeifen in den Ohren, dann aber doch tiefer, traumloser Schlaf über 7 Stunden.
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Re: Bac-Tagebuch von unbewohnt

Beitragvon Mr.Baclo » 15. Mai 2010, 09:56

Liebe Ute

Ohrensausen,Rückenschmerzen sind normal,du musst doch bedenken was dein körper zur zeit durch macht....ich will dich nicht verunsichern aber so ist es nun mal.Bac hilft dir aber die ersten tage deines Entzugs gut und ohne weitere Medis zu überstehen.

Entzug
Bei einem Alkoholentzug wird der Alkohol abrupt abgesetzt. Dabei können heftige bis lebensbedrohliche Entzugserscheinungen auftreten. Deshalb erfolgt die Entgiftung stationär unter ärztlicher Aufsicht in einer speziellen Entgiftungsstation für Alkoholkranke. Dort wird dann auch die Langzeittherapie eingeleitet und der Kontakt mit Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen geknüpft. Die stationäre Entgiftung dauert acht bis 14 Tage. Entzugssymptome sind Übelkeit, Nervosität, Schlafstörungen, der starke Drang, Alkohol trinken zu müssen („Saufdruck“), Gereiztheit und Depression. Ist die körperliche Abhängigkeit schon weiter fortgeschritten, kommen zum Beispiel starkes Schwitzen, Zittern (vor allem der Hände), grippeähnliche Symptome und – in äußerst schlimmen Fällen – zerebrale Krampfanfälle, mit Zungenbiss und Halluzinationen bis zum Delirium tremens hinzu. Entzugserscheinungen werden medikamentös behandelt. In Deutschland üblich ist die Verwendung von „Distraneurin“ (Wirkstoff Clomethiazol) oder eines Präparates vom Benzodiazepin-Typ (etwa Diazepam, Clorazepat) sowie oftmals blutdrucksenkende Mittel der Wirkstoffgruppe der Imidazoline (etwa Clonidin). Um die Gefahr von Entzugskrampfanfällen zu reduzieren, empfiehlt sich die Verwendung eines Antiepileptikums. Hat der Patient den Entzug überstanden, ist sein Körper vom Alkohol entgiftet.

Baclofen ist kein Wundermittel aber es hilft gewaltig!
Ich hatte die ersten Tage auch leichte Muskel schmerzen,Ohren pfeifen,rote Augen aber durch die Euporie hab ich diese Sachen nicht so für voll genommen und nach 6-8 tagen war das dann auch wieder gut und ich hab mich einfach nur noch wohl gefühlt.

Einen schönen Tag wünsch ich dir
Mr.Baclo
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Re: Bac-Tagebuch von unbewohnt

Beitragvon unbewohnt » 15. Mai 2010, 11:02

...höö... [shok] was erzählst Du mir denn hier für gruseliges Zeug [twiddle] ? Na ja, von den meisten Erscheinungen bin ich weit entfernt und der plötzliche Alkoholtod in Ermangelung passender Getränke wird definitiv nicht eintreten. Krämpfe etc. werde ich auch nicht bekommen. Ich denke, wer zwischendurch schon immer mal aussetzen konnte, kann das einigermaßen einschätzen. Ich weiß, wo ich hin will und dort komme ich auch an.

Ach, nach 8-14 Tagen bin ich entgiftet? Diesen Zeitraum kannte ich nicht. Vielleicht waren meine Werte deshalb gar nicht so schlecht. Ich hatte letztes Jahr mal eine zweimonatige Pause eingelegt (war schwer und ich war stolz wie Oskar auf mich selbst). Der Plan war 100 Tage, aber das habe ich nicht geschafft. Auch danach war hin und wieder ein braves Wochenende eingebaut, nicht oft, aber das gab es.

Gereiztheit, ja, die ist da [mocking], das ist mir gestern aufgefallen, aber ich hätte es jetzt dem Bac gar nicht zugeordnet. Im Zug nach Berlin hat eine junge Frau hinter mir ihre Stullen aus einer Plastetüte rausgewühlt. Ewigkeiten hat das gedauert, für mein Empfinden zumindest. Und dann war das auch noch so ein härteres Plastezeug. Dieses Geräusch macht mich unter normalen Umständen schon nervös (keine Ahnung warum, ich kann es einfach nicht ab) und gestern hätte ich aus dem Sitz springen und die Dame anblaffen können. Es hat mich richtig Beherrschung gekostet. [biggrin]

Aber egal, ich mache weiter und beobachte was alles so für seltsame Sachen passieren [biggrin].

[hi_bye] Ute
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Re: Bac-Tagebuch von unbewohnt

Beitragvon unbewohnt » 16. Mai 2010, 09:44

15.05.2010

Bac/mg: 10/10/10
Alkohol: 0
Nebenwirkungen: Müdigkeit, rote Augen, Rückenschmerzen (wird allmählich etwas besser). Insgesamt aber trotzdem fit und fleißig über den Tag, abends total kaputt. Erste Freundes-Alkohol-Trinkeinladung seit Beginn der Bac-Einnahme erfolgreich abgewehrt (Erklärung: Nehme Tabletten, Thema ENDE!). Trinke dafür neuerdings auffallend viel Wasser, Säfte, Kaffee etc. über den Tag, besonders am Abend. Habe das Gefühl ewigen Durstes und Mengen, die mich früher angestrengt hätte, kann ich jetzt in kürzester Zeit in mich kippen (1,5 l Wasser in 1-2 Stunden - kein Problem). Tiefer, traumloser Schlaf über 9 Stunden. Schlafen kann ich neuerdings wie ein Bär.
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Re: Bac-Tagebuch von unbewohnt

Beitragvon unbewohnt » 17. Mai 2010, 19:45

16.05.2010

Bac/mg: 10/10/15
Alkohol: 0
Nebenwirkungen: ein bisschen müde, konnte aber am Tage nicht schlafen, weil ich irgendwie nicht in die entsprechende Ruhe kam. Das Augenweiß kommt langsam wieder zum Vorschein, sprich - ich sehe zum Glück nicht mehr aus, als hätte ich die letzten drei Nächte durchgefeiert. Die Rückenschmerzen sind schlagartig weg, dafür hatte ich heute vormittag rasende Kopfschmerzen. Man könnte meinen, der Schmerz hätte nur die Etage gewechselt. Nach einer Schmerztablette war es aber später wieder okay. Mir ist aufgefallen, dass ich, wenn ich keinerlei Stress habe, überhaupt kein Alkoholbedürfnis verspüre. Das ist anders, wenn ich vom Tage abgekämpft oder irgendwie in Aufregung bin.
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Re: Bac-Tagebuch von unbewohnt

Beitragvon unbewohnt » 17. Mai 2010, 20:24

17.05.2010

Der Tag ist zwar noch nicht um, aber heute passiert eh nix mehr. Also gleich weiter...

Bac/mg: 10/10/15
Alkohol: 0
Nebenwirkungen: hört, hört... - KEINE! Keine Schmerzen mehr, Augen ganz normal, alles gut [dance] .

Aber ich bin erregt, in zweifacher Hinsicht, und muss jetzt reden.
Mr. Baclo, ich habe die rattenscharfen Rollschuhe bei ebay nicht gekriegt. Du erinnerst Dich? Ich hätte vor Wut heulen können [ireful] . Jetzt geht es wieder, aber ich bin innerlich immer noch stinkig. Dreck! Unter normalen Umständen hätte ich jetzt ordentlich Wein gebraucht. Aber hier herrschen ja zum Glück keine normalen Umstände mehr... [good]

Es gab aber grad auch ein Erfolgserlebnis, das hat mich wieder halbwegs versöhnt. Im Rausch des vorgenannten Wutanfalls habe ich die Zange gegriffen und die kaputte Chipkarte von der Digi jetzt mit Gewalt aus dem Läppi gezerrt. Die war rundherum aufgeplatzt, also die Plasteummantelung, und darum hat der Kartenauswurf blockiert. Mit dem Obstmesser habe ich nun noch die letzten festgeklemmten Brösel aus der Kiste rausgekratzt und - oh Wunder - die neue Chipkarte geht ganz problemlos rein und raus und sie funktioniert einwandfrei. Nur das Obstmesser, das ist jetzt an der Spitze verbogen... [shok] .

Dies aber alles nur so am Rande..., ich brauchte jetzt mal das Gespräch... [mail].
[hi_bye] Ute
Zuletzt geändert von unbewohnt am 18. Mai 2010, 19:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bac-Tagebuch von unbewohnt

Beitragvon Mr.Baclo » 18. Mai 2010, 08:48

Hallo Ute

Das tut mir leid mit den Rollschuhen....aber das ist hald eBay [cray] ich hab da auch immer viel mitgemacht und war dann oft entäuscht....hab mir das abgewöhnt und kauf nur noch sachen im sofort kauf und gut ist [twiddle]

Das es dir langsam besser geht freut mich natürlich sehr und ich hoffe es bleibt so....
Mit der karte im läppi....mutige aktion aber sowas kann auch schief gehen...aber ihr frauen seht das ja eher pragmatisch und macht einfach erst mal ohne rücksicht auf verluste [biggrin]
Na ja hat ja geklapt ....waren warscheinlich zu viele Heise bilder druf [lol]

Hab ne schöne Woche

Baclo
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